WN-Spendenaktion
„Unendlich dankbar für die Hilfe“

Münster -

Margareta Eckerscham ist 88 Jahre alt, ziemlich fit, nur die Augen machen nicht mehr so mit, wie sie das möchte. Dabei liest die Seniorin für ihr Leben gern. Jetzt hat sie sich an die Technische Assistenz Tilbeck (TAT) gewandt, die sie kostenlos berät. Und die TAT-Experten haben da auch schon eine Idee...

Dienstag, 17.12.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 17.12.2019, 08:43 Uhr
Aufgrund einer Augenkrankheit hat Margareta Eckerscham (r.) Schwierigkeiten mit den kleinen Tasten auf ihrem Telefon. Hanna Lütkemeier von der Technischen Assistenz Tilbeck hilft der 88-Jährigen dabei, ein passendes Gerät mit größeren Tasten zu finden.
Aufgrund einer Augenkrankheit hat Margareta Eckerscham (r.) Schwierigkeiten mit den kleinen Tasten auf ihrem Telefon. Hanna Lütkemeier von der Technischen Assistenz Tilbeck hilft der 88-Jährigen dabei, ein passendes Gerät mit größeren Tasten zu finden. Foto: Pjer Biederstädt

In wenigen Wochen werde sie 89 Jahre alt, erzählt Margareta Eckerscham. Nur so recht glauben, kann man es nicht, wenn man sie kennenlernt. Die freundliche Frau mit dem messerscharfen Verstand ist fit, kocht hin und wieder, geht selbst einkaufen und manchmal im Wald spazieren. Erst im Mai ist sie aus Darmstadt in eine eigene Wohnung im Handorfer Hof gezogen. Heimweh? Weniger als befürchtet. Denn: „Die Handorfer sind so freundlich, dass ich mich schnell eingelebt habe.“ Es geht ihr gut, sagt sie – nur diese eine Sache, die macht ihr zu schaffen.

„Nicht mehr vernünftig lesen zu können, ist eine große Einbuße von Lebensqualität“, sagt Margareta Eckerscham. Sie leidet unter einer trockenen Makuladegeneration. Durch die Augenkrankheit kann sie zwar Umrisse sehen, sodass sie gefahrlos vor die Tür gehen kann, aber Lesen oder Fernsehen, das gehe nur eingeschränkt.

Heilige Hektoliter noch einmal!

Fürs Lesen hat sie bereits eine Hilfe. Eine elektronische Brille fixiert ihren Finger, der auf einer Textstelle liegt, und liest vor, was dort steht. Das funktioniere aber nicht immer reibungslos. „Neulich wollte ich das Kirchenblättchen lesen. Und immer wenn dort das Wort Heilige vorkam, hat die Brille Hektoliter vorgelesen“, erzählt die Seniorin vergnügt. Sie nimmt es mit Humor, was bleibt ihr auch übrig?

Hilfsmittel der Technischen Assistenz Tilbeck

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  • Ein persönlicher Digitaler Assistent (zum Beispiel Alexa), kann als Umfeldsteuerung, Erinnerungshilfe sowie Informationsgeber eingesetzt werden.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Ein Hausnotrufgerät, inklusive Funksender, ruft im Notfall, wie beispielsweise bei einem Sturz, Hilfe.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Das sprechende Blutdruckmessgerät gibt den Blutdruck sowie den Puls per Audiowiedergabe an und warnt bei bedenklichen Werten.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Einfach, aber wichtig: Die Aufschraubhilfe erleichtert das Öffnen von Schraubverschlüssen.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Smartphone mit vereinfachter, seniorengerechter Bedienoberfläche.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Die höhenverstellbare Küche, wie hier von den TAT-Mitarbeitern (v.l.) Dirk Lehmann, Max Seppendorf und Hanna Lütkemeier vorgestellt, hilft zum Beispiel Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern in der Küche alles erreichbar zu haben.

    Foto: Pjer Biederstädt

Mehr als sie bis vor Kurzem dachte. Ihre Nichte, Dr. Monika Kronlage, ist durch die Berichterstattung unserer Zeitung auf das Angebot der Technischen Assistenz Tilbeck (TAT) gestoßen, die Senioren und Menschen mit Behinderungen kostenlos berät, um geeignete technische Hilfsmittel zur Steigerung ihrer Lebensqualität zu finden.

Kleine Tasten machen Probleme

Seitdem versucht die TAT-Beraterin Hanna Lütkemeier der Darmstädterin zu helfen. „In einem ersten Beratungsgespräch haben wir zusammen geschaut, wo die Probleme liegen“, sagt Lütkemeier. Wegen der Augenkrankheit hat Margareta Eckerscham Schwierigkeiten, ihr Telefon mit den kleinen Tasten zu bedienen.

Vier Projekte - ein Konto

► Projekte:  Nimas  (Bildungsförderung für Kinder in Problemlagen), Tilbeck (Beratungsangebot, um technische Produkte zu finden, die Senioren eine selbstständige Lebensführung erleichtern),  Monastir  (Unterstützung für Kinder und Umwelt in Münsters tunesischer Partnerstadt),  Pelikanhaus  (Bau eines Hauses für Angehörige schwerkranker junger Patienten am Clemenshospital)

► Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Sonst wird die Spende gleichmäßig aufgeteilt. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

► Namensnennung: Die WN berichten regelmäßig über die Spendenaktion. Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung unter Verwendungszweck „Veröffentlichung: Ja“ ein.

► Konto: Sparkasse Münsterland-Ost (BLZ: 400 501 50); IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

► Rückfragen: Telefon 0251 / 690 917 211

► Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, nur zur Abwicklung des der Erhebung zugrundeliegenden Zwecks. Nähere Informationen zu unserem Umgang mit personenbezogenen Daten erhalten Sie unter  www.wn.de/Service/Datenschutz .

 

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Hanna Lütkemeier hat bereits ein Telefon mit großen Tasten bestellt, das die wichtigsten Nummern auf großen Schnellwahltasten gespeichert hat und außerdem einen Notruf-Knopf besitzt. „Ich bin unendlich dankbar für die Hilfe. Ich wusste ja gar nicht, dass es so etwas gibt“, sagt die Seniorin. So wie ihr, geht es vielen. Das zu ändern, ist das Kernanliegen der TAT, die auf Spendengelder angewiesen ist, um das Angebot weiter kostenlos anbieten zu können.

Hanna Lütkemeier hat noch mehr Ideen, wie sich das Leben der Seniorin in Zukunft erleichtern ließe: Ein neuer CD-Spieler und ein Smart-Speaker, wie etwa Alexa, könnten das Lesen ersetzen. Hörbücher, Nachrichten, Wetterabfrage – das wäre dann alles akustisch möglich. Lütkemeier antizipiert die Sorge der Seniorin, mit der neumodischen Technik nicht umgehen zu können und bietet an, mit Testgeräten nach Handorf zu kommen. „Das wäre natürlich ideal“, sagt sich Margareta Eckerscham.

Zum Thema

Kontakt zur TAT unter Telefon 0 25 34/6 45 02 61 oder per E-Mail an TAT@stift-tilbeck.de.

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