Ende einer Ära
Neuer Chef am Sozialgericht

Münster -

NRW-Justizminister Peter Biesenbach hat den neuen Präsidenten des Sozialgerichtes Münster, Ulrich Scheer, in sein Amt eingeführt und zugleich seinen Vorgänger Heinrich Stratmann in den Ruhestand verabschiedet. Stratmann war fast ein Vierteljahrhundert lang Präsident.

Donnerstag, 16.01.2020, 21:00 Uhr
Wechsel an der Spitze des Sozialgerichts (v.l.): Landessozialgerichtspräsident Martin Löns, der scheidende Sozialgerichtspräsident Heinrich Stratmann, Bürgermeisterin Karin Reismann, NRW-Justizminister Peter Biesenbach und der neue Sozialgerichtspräsident Ulrich Scheer.
Wechsel an der Spitze des Sozialgerichts (v.l.): Landessozialgerichtspräsident Martin Löns, der scheidende Sozialgerichtspräsident Heinrich Stratmann, Bürgermeisterin Karin Reismann, NRW-Justizminister Peter Biesenbach und der neue Sozialgerichtspräsident Ulrich Scheer. Foto: hpe

Am Sozialgericht Münster geht eine Ära zu Ende: Nach knapp 25 Jahren als Präsident ist Heinrich Stratmann am Donnerstag im Erbdrostenhof von NRW-Justizminister Peter Biesenbach in den Ruhestand verabschiedet worden. Nachfolger ist Ulrich Scheer (61), der bislang Präsident des Sozialgerichts in Duisburg war.

„Stratmann hat große Leistungen in der Sozialgerichtsbarkeit vollbracht und den Umbau der Behörde in eine moderne Organisation erfolgreich umgesetzt“, so Biesenbach. Dabei sei er immer gradlinig, fair, souverän und kompetent gewesen, so der Minister.

An Arbeit mangelt es dem Sozialgericht nicht. Die Behörde ächzt unter einer Klageflut von Krankenkassen gegen Kliniken, es geht um möglicherweise zu viel bezahlte Behandlungskosten. Biesenbach: „Ein Zuwachs an Arbeit für die Sozialgerichtsbarkeit, wie er noch nie dagewesen ist. Mit großen Herausforderungen an alle Beteiligten.“

Mehr personelle Unterstützung gefordert

Aktuell rolle die „zweite Klagewelle“ und noch könne niemand absehen, wie die zusätzliche Arbeitsbelastung aussehe. Insgesamt habe das Land in den vergangenen drei Jahren 2000 neue Richterstellen in der NRW-Justiz geschaffen, so viel wie noch nie. Allerdings seien auch die Verfahren besonders im Bereich der Cyberkriminalität „komplexer und langwieriger“ geworden. Nicht zuletzt wegen der Klagewelle forderte Landessozialgerichtspräsident Martin Löns beim Festakt von der Landesregierung mehr personelle Unterstützung. Insgesamt sei es „eine schwierige Zeit“ für die Sozialgerichtsbarkeit.

Scheer, der in Münster wohnt, studierte Rechtswissenschaft in Münster und war dann Rechtssekretär bei der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr in Münster. Seine Richterlaufbahn begann 1990 in Köln und dann in Gelsenkirchen, 2000 wurde er zum Richter am Landessozialgericht ernannt und 2005 Vorsitzender Richter. Schwerpunktmäßig kümmerte er sich um Streitsachen aus dem Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung. Seit Oktober 2013 war Scheer in Duisburg aktiv.

Stratmann war vor seiner Präsidentschaft in Münster, die am 1. Februar 1995 begann, beim Sozialgericht in Dortmund und am Landessozialgericht. Dort war er für die Geschäftsverteilung des richterlichen Dienstes zuständig. Glückwünsche gab es auch von Bürgermeisterin Karin Reismann, die Stratmann für sein langjähriges Engagement dankte.

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