Großinvestitionen
Spatenstich für Forschungscampus Ost: Millionen für die Medizinforschung

Münster -

1000 Wissenschaftler und Mitarbeiter werden spätestens ab dem Jahr 2024 auf dem medizinischen Campus am Coesfelder Kreuz forschen. NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen war beim ersten Spatenstich für das 200 Millionen Euro schwere Bauprojekt dabei.

Donnerstag, 16.01.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 19:03 Uhr
Der Forschungscampus Ost aus der Perspektive Domagkstraße.
Der Forschungscampus Ost aus der Perspektive Domagkstraße. Foto: Foto: Visualisierung: /Abbildung: Nickl und Partner Architekten

Weitere 200 Millionen Euro für den Forschungsstandort Münster: NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen griff am Donnerstag kurz selbst zum Spaten, um den Bau des Forschungscampus Ost am Coesfelder Kreuz symbolisch zu beginnen. Auf dem riesigen Grundstück, das sich vom Coesfelder Kreuz entlang der Domagk­straße erstreckt, entstehen bis 2024 ein „Medizinisches Forschungscen­trum“ (MedForCe) unter anderem für Virologie, Mikrobiologie und Hygiene, sowie ein „Body & Brain“-Institut, wo das Wechselspiel von Körper und Gehirn untersucht wird.

1000 Wissenschaftler und Mitarbeiter werden dort forschen. Die beiden ehrgeizigen Projekte seien für die Weiterentwicklung des Universitätsklinikums Münster ( UKM ) von großer Bedeutung, betonte die Ministerin.

Hochmoderne Forschungskapazitäten

Mit dem ersten Spatenstich werde ein lang gehegter Traum wahr, räumte der Dekan der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität, Prof. Frank Ulrich Müller, ein. Die hochmodernen Forschungskapazitäten, die entstünden, seien zum Wohle der Patienten am UKM und weltweit.

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Lageplan des zukünftigen Forschungscampus Ost mit MedForCe und BBIM. Foto: Abbildung: Nickl und Partner Architekten

Sowohl Oberbürgermeister Markus Lewe als auch Uni-Rektor Prof. Johannes Wessels warben bei aller Bedeutung für das millionenschwere Wissenschaftsprojekt auch dafür, das wachsende Viertel am Coesfelder Kreuz mit Augenmaß in die Stadtentwicklung einzubeziehen. Lewe sprach von einem „durchmischten Quar­tier, in dem auch Musik gespielt werden muss“, Wessels warnte vor reinen Wissenschaftsghettos, in denen nur geforscht werde. Wichtig sei, „dass wir große Bereiche mit Leben erfüllen“.

Beide, Lewe und Wessels, treiben zurzeit die Pläne für den Bau eines Musikcampus an der Hittorfstraße, nur wenige Hundert Meter vom neuen Forschungscampus Ost entfernt, voran.

Besondere Arbeitsbedingungen

Auch der Kaufmännische Direktor des UKM, Dr. Christoph Hoppenheit, freut sich auf eine Weiterentwicklung des Stadtquartiers. „In zehn Jahren haben wir hier eine ganz neue Welt. Das Viertel wird noch mehr beitragen für Stadt und Gesellschaft“, ist sich Hoppenheit sicher.

Musikcampus

Wenige hundert Meter vom Forschungscampus entfernt soll der gemeinsame Musikcampus von Universität und Stadt an der Hittorfstraße entstehen. NRW-Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hält die Grundkonzeption für „sehr zukunftsorientiert und unterstützenswert“. Sie wartet nun auf das Konzept. Zur Finanzierungsfrage soll im Frühjahr eine Geberkonferenz stattfinden.

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Der Forschungscampus, dessen Planung bis zur Jahrtausendwende zurückreicht, werde für 1000 Mitarbeiter modernste Arbeitsbedingungen liefern. „Wenn wir dieses Projekt auf dem Weg haben, können wir uns endlich um die Krankenversorgung kümmern. Das liegt mir sehr am Herzen“, so Hoppenheit.

So soll auf dem zentralen Parkdeck des UKM ab 2023 ein operatives Zentrum entstehen. Im gleichen Jahr soll die Innensanierung der Bettentürme beginnen.

Kommentar

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Vor allem im Westen der Stadt, zwischen Schloss und Coesfelder Kreuz, entwickelt sich das Wissenschaftsquartier rasant. Um so wichtiger ist es, dass dort eine begleitende Stadtentwicklung mit Freizeitmöglichkeiten wie Kultur und Gastronomie folgt. Der Boden für einen Musikcampus an der Hittorfstraße, wenige hundert Meter vom Forschungscampus entfernt, wird bereitet.

von Ralf Repöhler

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