Heftige Personaldebatte bei Münsters Grünen
Todeskino und Reiners als Duo überhaupt denkbar?

Münster -

Die Grünen haben bei der Kommunalwahl im Herbst gute Chancen auf ein hohes Ergebnis. Entsprechend heftig werden im Moment Personalfragen diskutiert.

Donnerstag, 16.01.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 21:42 Uhr
Peter Todeskino möchte Oberbürgermeisterkandidat werden.
Peter Todeskino möchte Oberbürgermeisterkandidat werden. Foto: Matthias Ahlke

Bei Münsters Grünen brennt der Baum. Die Ankündigung des amtierenden Fraktionschefs im Rat, Otto Reiners , sich nicht um eine Nominierung als Oberbürgermeisterkandidat bewerben zu wollen, hat nicht zu einer Klärung der Situation beigetragen, sondern neue Irritationen geschaffen.

Reiners hat nämlich seiner Partei empfohlen, mit einer Frau gegen Oberbürgermeister Markus Lewe ( CDU ) anzutreten. Da nach Informationen unserer Zeitung bislang gar keine Frau bei den Grünen ihr Interesse an dem Chefposten im Rathaus bekundet hat, bewerten Teile der Partei die Reiners-Äußerung als Affront gegen den Grünen Peter Todeskino , der beim GAL-Parteitag am 15. Februar für die Oberbürgermeisterwahl nominiert werden möchte.

Zusammenarbeit nicht ausgeschlossen

Das Verhältnis zwischen Reiners und Todeskino ist belastet, und jetzt wird an der Basis darüber diskutiert, ob beide – im Falle eines Falles – gemeinsam in den Wahlkampf ziehen können. Der Hintergrund: Es ist nicht ausgeschlossen, dass beide zusammenarbeiten müssen, denn während Todeskino die Oberbürgermeister-Kandidatur anstrebt, möchte Reiners als Spitzenkandidat für die Ratswahl antreten.

Genauer gesagt hat Reiners in einem Brief angekündigt, Listenplatz zwei belegen zu wollen. Listenplatz eins ist satzungsgemäß für eine frau vorgesehen. Wer dafür in Frage kommt, ist bislang noch offen.

Hinter vorgehaltener Hand verlangen einige Grüne von Reiners klare Signale der Verständigung mit Todeskino, sonst könne es passieren, dass er nur auf einem hinteren Listenplatz lande. Andere weisen darauf hin, dass es sich die Grünen – angesichts einer dünnen Personaldecke – kaum erlauben könnten, einen so erfahrenen Fraktionschef wie Otto Reiners zu verprellen.

Kontroverse Diskussion 

Ungeachtet dessen wird bei den Grünen kontrovers über den Führungsstil des Fraktionschefs diskutiert. Manche halten ihm vor, nicht professionell mit der Personalie Todeskino umgegangen zu sein.

Der 61-jährige Todeskino war von 1998 bis 2005 in Münster der persönliche Referent des damaligen Stadtbaurates Gerhard Joksch. Danach wechselte er als (hauptamtlicher) Bürgermeister nach Kiel. Als Folge veränderter Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat von Kiel wurde Todeskinos Arbeitsvertrag 2017 nicht verlängert, daraufhin lockten Münsters Grüne ihn zurück an seine alte Wirkungsstätte. Seinerzeit hatte mancher Grüne schon im Hinterkopf, mit Peter Todeskino an der Spitze 2020 um die Macht in Münsters Rathaus zu kämpfen.

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