Unterstützung für Kirchenmusik
Lamberti-Stiftung: Ein Terminal sorgt für dauerhaften Wohlklang

Münster -

Kirchenmusik ist schön, hat aber ihren Preis. Wenn Konzerte in münsterischen Kirchen dauerhaft eintrittsfrei bleiben sollen, müssen sich die Gemeinden nach neuen Geldquellen umsehen. St. Lamberti setzt auf die eigene Stiftung.

Sonntag, 19.01.2020, 10:00 Uhr
Pfarrer Hans-Bernd Köppen zeigt, wie leicht es ist, Stifter zu werden – in der Lambertikirche gibt es dafür eigens ein Terminal für kontaktloses Bezahlen.
Pfarrer Hans-Bernd Köppen zeigt, wie leicht es ist, Stifter zu werden – in der Lambertikirche gibt es dafür eigens ein Terminal für kontaktloses Bezahlen. Foto: spe

Ausgerechnet St. Lamberti: Sollte sich Münsters größte Innenstadtgemeinde nicht eine breitgefächerte Kirchenmusik leisten können? Pfarrer Hans-Bernd Köppen kennt diesen Einwand, und er pariert ihn schlagfertig. „Ja“, sagt er, „wir können es uns heute noch leisten – und wir tun es auch. Aber es ist absehbar, dass wir es in einigen Jahren nicht mehr können.“ Und genau darum sei die 2018 ins Leben gerufene Lamberti-Stiftung Münster unbedingt unterstützenswert.

6500 Katholiken gehören zur Gemeinde St. Lamberti, die auch die früheren Gemeinden St. Aegidii, St. Ludgeri und St. Martini umfasst – eine kleine Zahl gemessen an der Prominenz ihrer Kir chengebäude. Und doch wer den gerade hier fünf hauptamtliche und rund ein Dutzend nebenamtlicher Kir chenmusiker beschäftigt. Deren Tätigkeit werde aus dem Haushalt der Gemeinde finanziert, der sich wiederum im Wesentlichen aus Kirchensteuer-Einnahmen speist.

Zukunft fraglich

Doch gerade deren Zukunft scheint derzeit fraglich. Die Kirche rechnet damit, dass diese Einnahmen in wenigen Jahren um 20 bis 30 Prozent zurückgehen werden. „Die Gefahr, dass man dann gerade im Bereich Kunst und Musik sparen wird, ist am größten“, warnt Köppen. Darum die Stiftung. Sie soll sich um die denkmalgeschützten Gebäude der Gemeinde genauso kümmern wie um Kunst und Kultur im Allgemeinen und die Kirchenmusik im Besonderen – und außerdem um das jeweilige Martini-Hilfe-Projekt.

Derzeit ist Stiftungskapital in Höhe von etwa 160 000 Euro vorhanden. Die Stiftung sammelt nicht etwa Spenden, sondern bittet um Zustiftungen, um dauerhaft mit den Erträgen aus dem Kapital rechnen zu können. Ab 2021 sollen die Ausschüttungen beginnen. Eine solche Zuwendung sei nachhaltiger als eine einfache Spende für denselben Zweck, betont der Pfarrer: „Das Geld geht nicht einfach in den Haushalt. Der Stiftungszweck ist nicht zu verändern.“

Elektronisches spenden

Um die Zustiftung zu erleichtern, gibt es ein elektronisches Zahlungsterminal direkt neben dem Südeingang der Kirche. Wer einen Beitrag leisten möchte, wählt auf dem Bildschirm einen Betrag von 5 bis 25 Euro, hält die für kontaktloses Bezahlen geeignete EC-Karte vor den Scanner – fertig ist die Zustiftung. Der Kontoauszug gilt als Quittung.

Damit mit dem System kein Schindluder getrieben werden kann, sind nur vier Zahlungen möglich – danach wird die Karte zwei Tage lang nicht mehr vom Terminal angenommen.

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