Bezahlbare Wohnungen
Jung fordert Bebauungsplan am Bahnhof

Münster -

Münsters designierter SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Michael Jung will Investoren im Bahnhofsviertel dazu verpflichten, auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Ein Mittel dazu nennt er, weil ihn ein Fall aufregt.

Mittwoch, 22.01.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 22.01.2020, 19:37 Uhr
SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Jung sowie die Ratskandidatin Wahlbezirk Pluggendorf / Bahnhof, Lena-Rosa Beste, fordern mehr bezahlbaren Wohnraum im Bahnhofsviertel.
SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Jung sowie die Ratskandidatin Wahlbezirk Pluggendorf / Bahnhof, Lena-Rosa Beste, fordern mehr bezahlbaren Wohnraum im Bahnhofsviertel. Foto: Dirk Anger

Es ist nass draußen, es ist kühl, aber es ist Wahljahr. Und der designierte SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Dr. Michael Jung hat sich munitioniert. Dass das Thema Wohnen im Kommunalwahlkampf eine Rolle spielen würde, überrascht kaum, Jungs erster Aufschlag 2020 dazu vielleicht doch.

Ortstermin auf dem Gehweg an der Von-Steuben-Straße: Auf dem Gelände der früheren Westfalen-Tankstelle investiert das Meppener Unternehmen „Pro Urban“ – wie berichtet – 53 Millionen Euro für 250 neue Mini-Appartements. Das Projekt führt Jung als Beleg dafür an, dass die die Verwaltung bezahlbares Wohnen am Bahnhof verhindere und Investoren ungleich behandele. Wen er eigentlich damit treffen will, ist klar – auch wenn der Name von Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) nicht fällt.

Jung verweist darauf, dass beim nur wurfweit entfernten Metropolis-Hochhaus der Investor verpflichtet worden sei, einen Teil der Appartements für eine Kaltmiete von etwas über acht Euro zu vermieten. „Der Rat wollte einen Akzent setzen für bezahlbaren Wohnraum.“ Dagegen sei auf dem Gelände der ehemaligen Westfalen-Tankstelle ein völlig anderes Verfahren gewählt worden. „Bemerkenswert“ nennt er das; auch wenn er einräumen muss, dass die Baugenehmigung 2017 aufgrund von bestehendem Baurecht erteilt wurde.

Forderung gegenüber Investoren

Dass der 2018 politisch beschlossene Bebauungsplan für das Gebiet Von-Steuben-Straße/Bahnhofstraße/Hafenstraße noch immer nicht vorliege, kritisiert Jung scharf. „Seit zwei Jahren ist nichts passiert.“ Dabei lenkt der SPD-Fraktionschef seinen Blick auch auf eine mögliche Entwicklung des ehemaligen Postgebäudes. Man müsse planungspolitisch Krallen zeigen.

Seine Kernforderungen ob der unterschiedlichen Situation: „Wir müssen verhindern, dass Investoren ungleich behandelt.“ Zugleich verlangt Jung, dass alle Investoren verpflichtet werden, bei ihren Vorhaben öffentlich geförderte oder förderfähige Wohnungen zu schaffen. Die sozialgerechte Bodennutzung müsse im Bahnhofsviertel Anwendung finden. Für die Ostseite des Hauptbahnhofs fordert Jung insbesondere unter Verweis auf die Immobilien an der früheren Barzeile am Bremer Platz die Aufstellung eines Bebauungsplans.

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