Bahnhofsmission nach Umgestaltung neu eingeweiht
Wo man eng zusammenrückt

Münster -

Kleines Gebäude, große Aufgabe: Die Bahnhofsmission wurde renoviert, und der Abschluss der Arbeiten jetzt gefeiert. Dabei überstieg die Zahl der Gäste die der Quadratmeter.

Freitag, 24.01.2020, 10:00 Uhr
Christine Kockmann (M.) stieg bei der Begrüßung in der neu renovierten Bahnhofsmission (mangels Bühne) auf einen Stuhl, rechts Bürgermeisterin Karin Reismann, links die Architektin Diana Danne, die die Umgestaltung fachlich betreute.
Christine Kockmann (M.) stieg bei der Begrüßung in der neu renovierten Bahnhofsmission (mangels Bühne) auf einen Stuhl, rechts Bürgermeisterin Karin Reismann, links die Architektin Diana Danne, die die Umgestaltung fachlich betreute. Foto: Matthias Ahlke

Die Bahnhofsmission liegt auf einem Bahnsteig des münsterischen Hauptbahnhofs, genau zwischen Gleis 9 und Gleis 12. Da bleibt schon unter normalen Umständen wenig Platz. Am Donnerstagnachmittag indes dürfte die Zahl der zur Verfügung stehenden Quadratmeter deut­lich geringer gewesen sein als die Zahl der Menschen, die sich in den Räumlichkeiten tummelten. Man kann auch sagen: quetschten.

Es gab etwas zu feiern, und zwar den Abschluss der Umbauarbeiten. Mit finanzieller Unterstützung der Lions-Clubs in Münster konnte sich die Bahnhofsmission eine neue Küche anschaffen und die Räume renovieren. Anlässlich der Feierstunde waren einige Grußworte fällig, und da der fehlende Platz buchstäblich keine Bühne zuließ, stieg die Leiterin der Bahnhofsmission, Christine Kockmann, zur Begrüßung der vielen Besucher einfach auf einen Stuhl. Sämtliche Redner, die ihr folgten, taten es ihr gleich.

Anlaufstelle mit seelsorgerischen Angebot

Wie Kockmann am Rande der Veranstaltung erklärte, hat sich die Arbeit der Bahnhofsmission in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Standen früher ganz deutlich Hilfestellungen aller Art für Bahnfahrgäste im Vordergrund, so sei die Bahnhofsmission in den vergangenen Jahren immer mehr zu einer Anlaufstelle „für Menschen in prekären Lebenssituationen“ geworden. Ausdrücklich sprach die Leiterin, die bereits seit 18 Jahren bei der Bahnhofsmission arbeitet, in diesem Zusammenhang auch von einem seelsorgerischen Angebot, das den Besuchern gemacht werde. Getragen wird die Bahnhofsmission von der Caritas und dem Diakonischen Werk.

Nach Auskunft von Lothar Günzel, der die Hilfsaktion für die beteiligten Lions-Clubs koordinierte, besteht bereits seit Jahren eine enge Beziehung zur Bahnhofsmission. Auch deshalb, weil die Mitglieder die Einrichtung bei Bahnreisen stets direkt vor Augen hätten. „Auch ist das Team ganz hervorragend“. Es besteht inzwischen aus 75 Menschen, darunter 68 Ehrenamtliche.

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