Kunst-Genuss mit Wartezeit
Turner-Ausstellung: Lange Schlangen am letzten Wochenende

Münster -

An den Tagen der Ausstellung „Turner. Horror and Delight“ bildeten sich lange Schlangen vor dem LWL-Museum für Kunst und Kultur. Wir haben uns umgehört, warum viele Menschen ausgerechnet auf den letzten Drücker die Chance nutzen wollten.

Sonntag, 26.01.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 27.01.2020, 12:12 Uhr
An den letzten Tagen der Turner-Ausstellung bildeten sich rekordverdächtig lange Schlangen vor und im LWL-Museum für Kunst und Kultur.
An den letzten Tagen der Turner-Ausstellung bildeten sich rekordverdächtig lange Schlangen vor und im LWL-Museum für Kunst und Kultur. Foto: Oliver Werner

Dass am Samstagmorgen vor dem altehrwürdigen St.-Paulus-Dom Trubel herrscht, ist nichts Besonderes. Immerhin ist Wochenmarkt. An diesem Samstag aber steht die längste Schlange einige Meter weiter. Es geht nicht um Käse oder Kaffee, sondern um Kunst: Denn vor dem LWL-Museum für Kunst und Kultur haben sich Hunderte aufgereiht, die am vorletzten Tag die Ausstellung „Turner. Horror and Delight“ sehen möchten. Seit Tagen ist der Andrang nicht nur ungebrochen groß – sondern sogar rekordverdächtig.

"So etwas habe ich noch nicht erlebt“

„Ich arbeite seit zehn Jahren hier. Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Dorothee Press , die im Museum im Kassen- und Informationsbereich tätig ist. Eine Stunde draußen vor der Kasse und dann noch mal eine Stunde, um in die Ausstellung zu kommen, das sei in den vergangenen Tagen keine Seltenheit gewesen. Ob das für Ärger sorge? Häufig im Gegenteil: „Die Leute lernen sich hier kennen. Ich allein weiß schon von zwei Fällen, wo Menschen, die sich in der Schlange kennengelernt haben, nachher miteinander Kaffee trinken gegangen sind“, sagt Press. Andere brächten den Mitarbeitern des Museums Süßigkeiten mit.

Rekord für "Turner"

Wie der Landesverband Westfalen-Lippe (LWL) am Montag mitteilte, haben seit Anfang November insgesamt 137.000 Besucher die Turner-Schau in Münster besucht. Damit habe das Museum einen neuen Rekord aufgestellt: "Turner" war laut LWL die erfolgreichste Ausstellung im Neubau des Museums (2014 eröffnet) und die meistbesuchte seit der Europaratsausstellung "1648 - Westfälischer Friede" vor 21 Jahren.

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Gute Stimmung in der Schlange 

Die haben Angelika Eikenbusch und Beate Schleicher aus Münster zwar nicht dabei, dennoch sind sie in der Schlange vor der Kasse bester Laune. „Wir erwarten eindrucksvolle Bilder und hoffentlich nicht zu viele Leute“, sind sich die beiden schmunzelnd einig. „Zur Not können wir uns ja einen Katalog kaufen und beim Ansehen der Bilder einen Kaffee trinken“, scherzen sie. Und tatsächlich, auch bei anderen sorgen die langen Schlangen keineswegs für Ernüchterung. Vielmehr scheinen sie Bestätigung zu sein, am letzten Wochenende der Ausstellung zwar spät, aber eben doch noch die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Man wisse ja, worauf man sich einlasse, sagt Istvan Fazakus aus Wuppertal, der mit Alexander Schnell gegen 15.30 Uhr ganz hinten in der Schlange steht und damit noch etwas Warterei vor sich hat.

Letzte Gelegenheit: Lange Schlangen vor Turner-Ausstellung

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  • An den Tagen der Ausstellung „Turner. Horror and Delight“ bildeten sich lange Schlangen vor dem LWL-Museum für Kunst und Kultur.

    Foto: Oliver Werner
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  • Letztes Wochenende der Turner-Ausstellung im Landesmuseum

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„Münster spricht von dieser Ausstellung. Da möchte man natürlich mitreden können“, vermutet Museumsmitarbeiterin Press einen Grund für den Auflauf der vergangenen Tage und schiebt hinterher: „Mal abgesehen davon, dass die Ausstellung wirklich super ist.“

Räume nicht überfüllt

Das finden ganz offenbar auch die, die schließlich vor den Gemälden angekommen sind. Aus vielen Hundert Augenpaaren wandern die Blicke entrückt auf die Natur-Szenen, für die der englische Maler der Romantik bekannt geworden ist. Auffällig, dass das Museumsteam ganz offenbar darauf achtet, dass man die Gemälde auch wirklich genießen kann. Denn die Ausstellungsräume sind gut begehbar. Auf jedes Bild ist ein freier Blick zu jeder Zeit möglich. „Das Licht in den Bildern ist das Schönste“, befindet Uni-Dozent Thomas Bartoschek. Er ist mit seiner Familie gekommen und gibt entgegen der überwiegenden Antwort vieler Gäste, bislang keine Zeit gehabt zu haben, achselzuckend zu: „Wir hatten es bisher einfach verpasst.“ Dabei war den Bartoschecks das Glück hold. Weil Töchterchen Nola erst vor einigen Wochen auf die Welt gekommen ist und im Kinderwagen liegt, ersparen sie sich die Warteschlange auf der Treppe.

Doris Pugsley muss derweil noch warten. Sie ist aus England zu Besuch im Münsterland, um die Turner-Bilder zu bestaunen. Auf ein paar Minuten mehr oder weniger kommt es da ganz sicher nicht mehr an.

Ausstellung des Impressionisten W. Turner im LWL-Museum

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  • Am Freitag (8.11.) feiert das LWL-Museum für Kunst und Kultur den Beginn der Ausstellung "Turner. Horror and Delight" und lädt dazu ein, die Werkschau und das Haus bis Mitternacht zu besichtigen.

    Foto: LWL/Hanna Neander
  • Zu Beginn seiner Künstlerkarriere hat der 1775 in London geborene Maler mit dunkel-romantischen Landschaften seine Zeitgenossen beeindruckt: Das Entree der Schau zeigt mondbeschienene Fischer auf See und vergleichbare Motive von Turner, seinem Lehrer Loutherbourg und anderen Zeitgenossen, stimmungsvoll auf dunkelblauer Wand platziert. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • „Horror and Delight“, frei übersetzt das Schreckliche und das Ergötzliche, sind Thema der Schau. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Zwei Räume sind dem Meer in seinen unterschiedlichen Facetten gewidmet.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Dass der 1851 gestorbene Turner schon Landschaftsmotive in wechselndem Licht dargestellt hat, als Claude Monet gerade erst geboren war, zeigt ihn ebenfalls als großen Modernen seiner Zeit. Was auch für die flirrenden Venedig-Aquarelle im dritten Raum gilt: Sie entstanden 1840, im Geburtsjahr Monets.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
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