Gedenkveranstaltung am Holocaust-Tag
Hunderte von Schülern versammeln sich am Rathaus

Münster -

Hunderte von Jugendlichen aus 13 Schulen nahmen im Rathausinnenhof an einer Gedenkveranstaltung am Holocaust-Tag teil. An zahlreichen Schulen gibt es in diesen Tagen besondere Aktionen und Ausstellungen zum Thema.

Montag, 27.01.2020, 21:00 Uhr
Hunderte von Schülerinnen und Schülern aus 13 Schulen aus Münster, dem Münsterland und den angrenzenden Niederlanden nahmen im Rathausinnenhof an der Gedenkveranstaltung am Tag der Befreiung des KZ Auschwitz teil.
Hunderte von Schülerinnen und Schülern aus 13 Schulen aus Münster, dem Münsterland und den angrenzenden Niederlanden nahmen im Rathausinnenhof an der Gedenkveranstaltung am Tag der Befreiung des KZ Auschwitz teil. Foto: Andreas Hasenkamp

Der gemeinsame Gedenktag von Schulen nicht nur aus Münster im Innenhof des Rathauses zeigte viele Formen des Erinnerns. 13 Schulen beteiligten sich an diesem vierten Gedenktag, organisiert von der Bezirksregierung, der Villa ten Hompel , dem Verein „ Gegen Vergessen – Für Demokratie “ und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster. Hunderte Schüler füllten den Innenhof.

Um 11.30 Uhr läutete die „Peace Bell“, hergestellt aus Weltkriegs-Munition, das Gedenken ein. Da im Krieg Glocken für Kanonen eingeschmolzen wurden, sei dies die symbolische Umkehrung. Demokratie sei kein Zustand, sondern eine Aufgabe, so die Schüler des Pascal-Gymnasiums. Oberbürgermeister Markus Lewe würdigte das Engagement der Schüler und Lehrkräfte. Wolfgang Weber, Abteilungsleiter Schule beim Regierungspräsidenten, warnte davor, dass sich Antisemitismus „auf unseren Schulhöfen breit“ mache. „Es gilt der Satz: Aus Erinnern wird Haltung.“

Münsters Schulen gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

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  • Hunderte von Jugendlichen aus 13 Schulen nahmen im Rathausinnenhof an einer Gedenkveranstaltung am Holocaust-Tag Teil.

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  • An zahlreichen Schulen gibt es in diesen Tagen besondere Aktionen und Ausstellungen zum Thema.

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  • am 27. Januar 2020 im Rathaus-Innenhof

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An vielen Schulen in Münster liefen ein oder mehrere Projekte; Lewe führte dazu kurze Interviews mit Schülern des Paulinums, der Realschule Wolbeck, des Schiller- und des Wilhelm-Hittorf-Gymnasiums. Persönliche Geschichten seien wichtig, so ein Aspekt. Am Beispiel von Roosje Glaser, der „Tänzerin von Au­schwitz“, wurde auch der Aspekt des schwierigen richtigen Lebens im Lager angesprochen. Am Hittorf-Gymnasium gibt es bis zum 15. Februar eine künstlerische Ausstellung zum Thema Holocaust.

Eine interaktive Stellwand als Teil einer solchen Ausstellung hatte das Schiller-Gymnasium mitgebracht. Was das Foto zeige? Den Eingang zum Vernichtungslagers Auschwitz, sagt ein Schüler, ein anderernannte es „das Tor zur Hölle“. Stellvertretend für die Opfergruppen entzündeten Schüler Kerzen für Anne Frank, die Sinteza Anna Maria Steinbach, das Euthanasie-Opfer Ferdinand Northoff, den politisch Verfolgten Sypke van de Jong, den Homosexuellen Erwin Schimitzek und den Zeugen Jehovas Karl Heinz Kusserow.

Außerdem beteiligten sich die Gesamtschule Münster Mitte, die Gymnasien Kant, Schlaun, Marien, Wolbeck, und Annette sowie das Overberg-Kolleg. Erstmals waren Schüler aus den Niederlanden beteiligt, von der Schule CSG het Noordik aus Almelo, die schon seit etwa 15 Jahren mit der Villa ten Hompel zusammenarbeitet.


Weitere Gedenkveranstaltungen in Münster

OHW17387

Kranzniederlegung am Zwinger Foto: Oliver Werner

In der Zeit des Nationalsozialismus war er sowohl Gefängnis als auch Hinrichtungsstätte der Gestapo. Die Stadt Münster, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften hatten deshalb am „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ zu einer Kranzniederlegung am Zwinger eingeladen.

Mit einer Kranzniederlegung am „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ gedachte die Stadt Münster der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz vor 75 Jahren. Eingeladen hatten die Stadt Münster, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften.

Der Theologe Prof. Dr. Johannes Schnocks erinnerte daran, das Gedenken zu pflegen und zwar um der Opfer Willen. Nach der Kranzniederlegung feierten die rund 100 Gäste in der Apostelkirche mit den Pfarrern Martin Mustroph, Heinrich Kandzi und Prälat Joachim Riemann einen Gedenkgottesdienst.

OHW17316
Foto: Oliver Werner

Dort, wo früher der Gertrudenhof stand, trafen sich am Montag Mitglieder der evangelischen Epiphanias-Kirchengemeinde. Denn das Lokal an der Warendorfer Straße/Ecke Kaiser-Wilhelm-Ring diente 1941 der Zusammenführung jüdischer Mitbürger, die deportiert werden sollten.

Zu einer stillen Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus trafen sich Mitglieder der evangelischen Epiphanias-Kirchengemeinde am Mahnmal Warendorfer Straße/Kaiser-Wilhelm-Ring. Kirsten Schwarz-Weßeler erinnerte an die Verschleppung von Juden aus Münster und dem Münsterland von 1941 bis 1945. An der Stelle, wo heute das Mahnmal steht, stand früher der Gertrudenhof.

An dieser Stelle nahm für Münster und das Münsterland der Holocaust erstmals konkrete Gestalt an. Mitte Dezember 1941 wurden im damaligen Lokal Gertrudenhof 403 jüdische Männer, Frauen und Kinder gewaltsam zusammengeführt und deportiert.

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