Unfreiwillige Nacht in Münster
Bahnverkehr kam Montag nur langsam in Schwung

Münster -

Sabines Folgen: Einige Reisende verbrachten die Nacht am Hauptbahnhof Münster in einem eigens eingerichteten Zug – andere suchten sich gleich auf eigene Faust ein Hotel und vertrieben sich die Zeit in der Altstadt.

Montag, 10.02.2020, 14:30 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 14:56 Uhr
Harald Gesser sucht nach einer unfreiwilligen Nacht in Münster mit Freunden
Harald Gesser sucht nach einer unfreiwilligen Nacht in Münster mit Freunden Foto: Björn Meyer

Am Montagvormittag gegen 10.30 Uhr ist in der Eingangshalle des Hauptbahnhofs nur wenig los. Am Abend zuvor hatte das noch ganz anders ausgesehen. „Die Schlange stand einmal quer durch die Halle“, beschreibt Harald Gesser , der mit vier Freunden auf dem Rückweg von Hamburg nach Koblenz war. „Wir haben uns dann entschieden, ein Hotel zu nehmen“, sagt Gesser. Die Bahn hatte derweil einen Zug abgestellt, in dem Gestrandete Reisende übernachten konnten.

Genau wie für viele andere Bahnreisende heißt es für das Quintett am Montagvormittag abermals warten, denn nur wenige Züge fahren zu diesem Zeitpunkt bereits wieder. „Es geht so langsam los“, sagt Münster Bahnhofsmanager Michael Jansen , der sich am Morgen ein Bild von der Lage im Hauptbahnhof macht. „Nicht entspannt, aber auch kein Chaos“, resümiert Jansen.

Unfreiwilliger Urlaubstag

Harald Gesser und seine Freunde jedenfalls sehen es entspannt. Dabei haben sie bereits ein „Auf und Ab“ hinter sich. Bereits vor Osnabrück sei am Abend zuvor die Durchsage gekommen, man könne nicht weiterfahren. Dann sei es plötzlich doch weiter gegangen, nur um kurze Zeit später die Ansage zu erhalten, dass in Münster endgültig Schluss sei.

Gegen 17.30 waren die Fünf am Bahnsteig eingetroffen. Ein Hotel zu finden, sei zu diesem Zeitpunkt kein Problem gewesen. Um sich die Zeit zu vertreiben, sei man zudem in die Altstadt gegangen. „Wir haben etwas gegessen und getrunken und Fußball geschaut“, sagt Gesser. Wo? „Im Bunten Vogel, das war ganz gut da.“

Da der Fernverkehr am Montagmorgen noch nicht fährt, wollen die Freunde wenig später mit der Regionalbahn nach Duisburg. „Von da kommen wir nach Koblenz“, hofft Gesser. Ansonsten werde aus dem unfreiwilligen Urlaubstag – alle fünf Reisende hätten arbeiten müssen – noch ein zweiter Urlaubstag. Trotz aller Ruhe, die die Männer ausstrahlen: „Der Hinweg war besser“, fasst einer die Reise grinsend zusammen.

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