Orkantief „Sabine“ verursacht nur geringe Schäden
Mit blauem Auge davongekommen

Münster -

Münster ist mit einem blauen Auge davongekommen: Das Orkan-Tief „Sabine“ hat kaum Schäden angerichtet. Hunderte Einsatzkräfte waren in der stürmischen Nacht im Einsatz.

Montag, 10.02.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 19:06 Uhr
Das Flachdach des Albertus-Magnus-Familienwohnheims am Horstmarer Landweg 84 wurde stark beschädigt.
Das Flachdach des Albertus-Magnus-Familienwohnheims am Horstmarer Landweg 84 wurde stark beschädigt. Foto: Feuerwehr

Zu einem Zeitpunkt, an dem viele Münsteraner bereits wieder erleichtert durchatmeten, zeigte Orkantief „Sabine“ noch einmal seine ganze Kraft. Am Montagmorgen gegen 7.30 Uhr schlug eine starke Sturmböe auf das Flachdach des Albertus-Magnus-Kollegs am Horstmarer Landweg und riss es aus der Verankerung. „Erst gab es einen Knall, dann schepperte es“, berichtet Elisabeth Entrup vom Trägerverein des Wohnheims. Verletzt wurde zum Glück niemand, die Reparaturarbeiten sollen so schnell wie möglich starten.

Zahlreiche Einsätze, aber keine Verletzten

Ansonsten verlief die Orkan-Nacht weniger dramatisch als befürchtet. Verletzte gab es nicht. „Münster ist glimpflich davongekommen“, resümierte Stadtrat Wolfgang Heuer am Montagmittag – und dankte allen Einsatzkräften.

Die hatten ab Sonntagmittag zwar keine schweren, aber doch zahlreiche kleinere Sturmschäden zu beheben. 120-mal musste die Feuerwehr ausrücken, zeitweilig waren bis zu 460 Einsatzkräfte der Berufswehr und aller 20 Freiwilligen Feuerwehren im Dienst, sicherten Häuser ab, an denen Dachpfannen zu Boden zu fallen drohten, befreiten Straße und Wege von Ästen.

Orkantief "Sabine" im Münsterland

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  • In einer Bauerschaft in Gronau stürzte am Sonntagnachmittag ein Baum auf die Straße. Die Feuerwehr Gronau rückte zu ihrem ersten Einsatz aus.

    Foto: Feuerwehr
  • Kurzfristig wurde am Sonntagnachmittag der beliebte Flohmarkt auf der Zeche Westfalen in Ahlen abgesagt.  

    Foto: Ulrich Gösmann
  • In Gronau waren am Sonntagnachmittag Feuerwehr und THW im Einsatz, weil der Sturm Teile eines Flachdachs am Schäferweg umklappte. 

    Foto: Klaus Wiedau
  • Am Hauptbahnhof in Münster bildeten sich lange Warteschlangen vor dem Reisezentrum. Für wartende Reisende wurde außerdem ein Hotelzug aufgestellt. 

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Münsteranerinnen und Münsteraner wurden am dringend aufgefordert, die Promenade zu meiden. Teilbereiche wurden schon am Sonntag von der Polizei gesperrt. 

    Foto: diverse
  • Wegen umgestürzter Bäume war die Königsstraße in Greven von Sonntagabend an vollständig gesperrt, meldet die Feuerwehr. 

    Foto: Feuerwehr Greven
  • In Heek riss Sturmtief "Sabine" am Sonntagabend Teile des Giebels eines Wohnhauses an der Ludgeristraße weg. Die Bewohner des Hauses wurden evakuiert.

    Foto: THW Ahaus
  • Am Montagmorgen musste die Feuerwehr in Gronau erneut ausrücken, weil am Wackengoorweg eine Baumkrone über der Fahrbahn hing. 

    Foto: Klaus Wiedau
  • Am Zwinger in Münster musste am Montagmorgen ein Baum gefällt werden. 

    Foto: Martin Kalitschke
  • Auch das Albertus-Magnus-Familienwohnheim für Studierende am Horstmarer Landweg in Münster erlitt Sturmschäden. 

    Foto: Feuerwehr Münster
  • Zwischen Sonntagnachmittag und Montagvormittag gab es im Dorffeld in Vorhelm wegen umgestürzter Bäume kein Durchkommen mehr.

    Foto: Christian Wolff
  • In Heek musste das Haus, das am Sonntagabend durch den Sturm beschädigt wurde, komplett abgerissen werden. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • An dem beschädigten Haus in Heek war die Gefahr herabfallender Mauerteile zu hoch, weshalb das Gebäude abgerissen werden musste. 

    Foto: Bernd Schäfer
  • In dem Haus lebte eine siebenköpfige Familie, die am Sonntag evakuiert wurde. Für sie wird nun eine neue dauerhafte Unterkunft gesucht. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die Feuerwehr Lengerich vermeldet 15 Einsätze am Sonntag. Sturmtief „Sabine" sorgte für umgestürzte Bäume, einen vollgelaufenen Keller - und ein umgestürztes Dixi-Klo. 

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde
  • Auch in Drensteinfurt musste die Feuerwehr Sturmschäden beseitigen. 

    Foto: Feuerwehr Drensteinfurt
  • In allen drei Ortsteilen Drensteinfurts mussten Feuerwehrleute insgesamt 19 Mal ausrücken. 

    Foto: Feuerwehr Drensteinfurt
  • Wegen des Sturms mussten Reisende teilweise unfreiwillig eine Nacht in Münster verbringen. 

    Foto: Björn Meyer

Die Polizei hatte rund 100 Einsätze, „kleinere Sachen“, so Sprecherin Angela Lüttmann. Mal mussten Äste, mal Mülltonnen von der Straße geholt werden. Zwei witterungsbedingte Verkehrsunfälle verursachten nur geringen Sachschaden. Beamte, die in Rufbereitschaft versetzt worden waren, wurden nicht benötigt.

Auch die Natur kam glimpflich davon

Und auch die Natur kam mit einem blauen Auge davon. „Keine gravierenden Zwischenfälle“, bilanzierte Lena Friebel vom Grünflächenamt. An der Promenade mussten zwei Bäume gefällt werden, einige wenige wurden an anderen Stellen im Stadtgebiet entwurzelt. Die Verwaltung appellierte dennoch, in den nächsten Tagen vorsichtshalber Waldgebiete zu meiden – es könnte Äste zu Boden stürzen. Kleinere Schäden entstanden zudem an einigen städtischen Gebäuden, so die Verwaltung.

Böen bis zur Stärke 11

Die Wetterstation der Universität registrierte am späten Sonntagabend eine Böe der Stärke 11 (rund 116 Stundenkilometer), mehrere Böen erreichten die Stärke 10. Zudem fielen bis Montagmorgen rund 25 Liter Niederschlag.

Der LVM riet am Montag Versicherten, Schäden zu dokumentieren und anschließend der Versicherungsagentur zu melden. Wie hoch die durch „Sabine“ verursachten Kosten sind, lasse sich erst in einigen Tagen abschätzen, da Schäden meist erst mit zeitlicher Verzögerung gemeldet würden.

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