Landgericht Lüneburg fällt Urteil im Prozess wegen Kindesmissbrauchs
26-Jähriger muss fünf Jahre und neun Monate in Haft

Lüneburg/Münster -

Einem 26 Jahre alten Lehramtsstudenten wurden vom Landgericht Lüneburg 120 Taten sexuellen Missbrauchs an Kindern vorgeworfen. Das Gericht fällte nun ein Urteil. Der Mann war im vergangenen Jahr in Münster festgenommen worden.

Mittwoch, 12.02.2020, 15:54 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 19:15 Uhr
Ein wegen Kindesmissbrauchs angeklagte 26 Jahre alte ehemalige Schwimmtrainer (l.) ist vom Landgericht Lüneburg zu fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.
Ein wegen Kindesmissbrauchs angeklagte 26 Jahre alte ehemalige Schwimmtrainer (l.) ist vom Landgericht Lüneburg zu fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Foto: Philipp Schulze/dpa

Im Prozess wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ist ein 26 Jahre alter Mann vom Landgericht Lüneburg zu fünf Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Dies teilte ein Gerichtssprecher auf Anfrage mit. Der Lehramtsstudent war im Juli 2019 in Münster festgenommen worden.

Der 26-Jährige wurde beschuldigt, als Trainer und Betreuer einer bei Lüneburg angesiedelten Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zwischen Juli 2015 und Februar 2019 in Lüneburg und anderen Orten mindestens sieben Jungen dieser Ortsgruppe im Alter von neun oder zehn bis 15 Jahren missbraucht zu haben. Die Vorfälle sollen nicht in Münster passiert sein.

Angeklagte war nicht vorbestraft

Das Gericht legte dem Angeklagten insgesamt 120 Taten zur Last, darunter fünf Fälle schweren sexuellen Missbrauchs, 50 Fälle einer Bestimmung eines Kindes zu sexuellen Handlungen sowie 51 Fälle von "Zugänglichmachung kinderpornografischen Materials": So wurde der 26-Jährige unter anderem auch für schuldig befunden, sexuelle Handlungen per Video aufgenommen und den Opfern die Aufnahmen zugeschickt zu haben.

Strafmildernd berücksichtigte das Gericht die Tatsachen, dass der Angeklagte nicht vorbestraft war, therapeutische Hilfe in Anspruch genommen und Schmerzensgeld in Höhe von 1000 Euro an den Nebenkläger gezahlt hat. Außerdem mussten aufgrund des umfassenden Geständnisses die Opfer nicht aussagen. 

Die Ermittlungen waren nach Hinweisen der DLRG im April vergangenen Jahres ins Rollen gekommen. Der 26-Jährige hatte unter anderem Jugendfreizeiten begleitet. Der Prozess fand zum Schutz der Opfer und des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Nach seiner Verhaftung im Juli in Münster saß der 26-Jährige in U-Haft. „Er muss sich beruflich völlig neu orientieren“, sagte die Vorsitzende Richterin am Mittwoch zum bisherigen Wunsch des jungen Mannes, Lehrer zu werden.

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