Protest gegen Vortrag von Prof. Fritz Vahrenholt
„Energiewende ein drohendes Desaster“

Münster -

Fritz Vahrenholt polarisiert offenbar in der Klimadebatte. Vor dem Zwei-Löwen-Klub, wo der Professor und SPD-Politiker einen Vortrag gehalten hat, formierten sich protestierende Gruppen. Innen ging es ruhiger zu, wenngleich das Fazit Vahrenholts nachdenklich stimmt.

Donnerstag, 13.02.2020, 21:00 Uhr
Dr. Ulrich Müller vom „Arbeitskreis Energie & Klima“ (r.) überreicht die Dom-Miniaturskulptur an Prof. Fritz Vahrenholt.
Dr. Ulrich Müller vom „Arbeitskreis Energie & Klima“ (r.) überreicht die Dom-Miniaturskulptur an Prof. Fritz Vahrenholt. Foto: Arndt Zinkant

Wer die „Begrüßung“ Fritz Vahrenholts durch das klimabewegte Münster sah, könnte glauben, der Professor, SPD-Politiker und frühere Umweltsenator sei ein gefährlicher Mann. Nicht nur, dass sich die münsterische SPD via Medien umgehend von Vahrenholt distanzierte, auch diverse studentische Initiativen (inklusive „Extinction Rebellion“) formierten sich umgehend als „Bündnis Klimaalarm“.

Da wurden lautstark die Trommel geschlagen und durchs Megafon recht unflätige Parolen gerufen, die sich zum Teil auch gegen den Zwei-Löwen-Klub richteten. Da half es wenig, dass dieser klargemacht hatte, nicht der Veranstalter zu sein, sondern nur die Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Der Initiator des Vortrags war der „Arbeitskreis Energie & Klima“.

Energiewende steht in Frage

Drinnen ging es ruhiger zu. Aktivisten der „Scientists für Future“ verteilten Flugblätter, um zu betonen, dass die Klima-Modelle des IPCC („Weltklimarat“) ihrer Ansicht nach präzise die Klima-Erwärmung abbildeten und ausschließlich das Spurengas CO2 für diese verantwortlich sei. Der Kritisierte widerlegte die Präzision der IPCC-Aussagen; überdies, so seine These, sei CO2 nur etwa zur Hälfte für die Klima-Entwicklung ursächlich. Die andere Hälfte gehe auf die Sonnenaktivität und die Wolkenbildung zurück; auch werde CO2 erheblich von Pflanzen und Ozeanen gebunden.

Aber das eigentliche Thema Vahrenholts war ein anderes: Kann die Energiewende so, wie sie in Deutschland forciert wird, funktionieren? Am Ende des komplexen, 45-minütigen Vortrags war wohl die Mehrheit im Saal überzeugt: Sie kann nicht. Zu erdrückend waren die Zahlen und Fakten, die der Umwelt- und Tierschützer präsentierte.

Windkraft nicht ausreichend

Entscheidender Punkt: Der von Windrädern erzeugte Strom sei für den Fall der „Dunkelflaute“ nicht ansatzweise ausreichend speicherbar – „auch nicht im Netz, wie eine bekannte Grünen-Politikerin behauptete“, so Vahrenholt in Anspielung auf Annalena Baerbock.

Die Stromkosten, in Deutschland (und Dänemark) die höchsten weltweit, träfen gerade die sozial Schwachen. „Da habe ich die SPD nie verstanden“, kritisierte Vahrenholt seine eigene Partei. Um eine Öko-Wende zu schaffen, seien 90 000 Windräder nötig, „im Schnitt alle zwei Kilometer eines“. Dabei komme er selber aus dieser Richtung: „Ich habe Windkraft groß gemacht“, so Vahrenholt.

Großen Applaus erhielt am Ende im Diskussionsteil Windraftgegnerin Gabriele Schleiner aus Havixbeck. „Der soziale Friede auf dem Land ist gefährdet!“ Und: „Ich bin Landfrau. Ich liebe den Boden.“

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