„One Billion Rising“-Demonstration in der Innenstadt
Tanzen für ein Leben ohne Gewalt

Münster -

Gute Stimmung erzeugen und vor allem: Mut machen. Unter diesem Motto haben am Valentinstag etwa 200 Demonstrantinnen und Demonstranten das Projekt „One Billion Rising“ unterstützt. In der Stubengasse tanzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgelassen für ein gewaltfreies Leben für Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt.

Freitag, 14.02.2020, 22:22 Uhr
Ungefähr 200 Teilnehmerinnen (und einige Teilnehmer) demonstrierten am Valentinstag auf der Stubengasse tanzend gegen Gewalt an Frauen.
Ungefähr 200 Teilnehmerinnen (und einige Teilnehmer) demonstrierten am Valentinstag auf der Stubengasse tanzend gegen Gewalt an Frauen. Foto: Matthias Ahlke

Die „One Billion Rising“-Demonstration am Freitagnachmittag sollte eines nicht sein: Eine klassische Gegendemo. „Die sind ja oft irgendwie auch depressiv“, meinte Organisatorin Anja Lüpke , „das Schöne an dieser Aktion ist, dass sie so lebensbejahend ist.“

Tatsächlich tanzten die etwa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer so ausgelassen, dass der zweijährige Till auf dem Rücken seiner Mama aufpassen musste, dass ihm die Reiswaffel nicht aus der Hand fiel. Getanzt wurde zu einem Lied, das extra für diesen Zweck komponiert wurde. Auch eine dazu passende Original-Choreografie gebe es, erklärte Lüpke, „die ist allerdings für Profitänzer, und wir haben sie bewusst ein bisschen vereinfacht, damit alle mitmachen können.“ Und die Demonstrierenden machten mit: Nach einer kurzen, musiklosen Einführung legten sie los.

Weltweit hatte „One Billion Rising“ am Valentinstag zum Tanz aufgerufen. In Münster fand die Tanz-Demo jetzt schon zum achten Mal statt. „Wir tanzen gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit“, sagte Lüpke. Mit der Veranstaltung wolle man positive Stimmung erzeugen und Mut machen. „Es ist aber auch eine Plattform, um Hilfsangebote und Notrufe bekannt zu machen“, sagte die Organisatorin. „Oft bekommt man vielleicht etwas mit oder hat einen Verdacht im Freundeskreis oder in der Familie und weiß nicht, an wen man sich wenden kann.“ Lautstark unterstützt wurde die Demonstration auch während des Zuges durch die Innenstadt von der Trommelgruppe „Bandidas“.

Auch in diesem Jahr wurden während der Aktion für ein bestimmtes Hilfsangebot Spenden gesammelt. Unterstützt wird das Projekt Marischa, eine Beratungsstelle für Prostituierte in Münster. Die ehrenamtlichen Streetworker an der Siemensstraße bieten den Frauen eine anonyme und vertrauensvolle Beratung und vermitteln bei Bedarf weitere Beratungsangebote, beispielsweise von der Stadt.

Auf diese Hilfsangebote hinzuweisen, war auch der Schirmherrin der Veranstaltung, Maria Lewe, ein wichtiges Anliegen. „Wir wollen Betroffenen von Gewalt und Unterdrückung Mut machen und zeigen, welche Anlaufstellen sie in Münster haben“, sagte die Frau des Oberbürgermeisters. Dass die Aktion weltweit unterstützt werde, lasse sie hoffen, „dass sich etwas ändert.“

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