Dienstältester Bezirksbürgermeister
Fischer-Baumeister ist seit 16 Jahren der Mann für die Mitte

Münster -

Dass die Grünen bei einer Wahl vor der SPD landen, ist noch kein sonderlich altes Phänomen. Auch wenn die allgemeine Umfragen-Flut es fast als Tradition erscheinen lässt. Peter Fischer-Baumeister, Münsters dienstältester Bezirksbürgermeister, kennt das Gefühl, vor der SPD zu landen, jedoch schon lange. 2004 war seine Wahl ein echter Coup. Am 17. Februar wird er 65 Jahre alt – und hat den politischen Ruhestand fest im Blick.

Montag, 17.02.2020, 09:00 Uhr
Peter Fischer-Baumeister wird 65 Jahre alt.
Peter Fischer-Baumeister wird 65 Jahre alt. Foto: Oliver Werner

Münsters dienstältester Bezirksbürgermeister ist ein Grüner. Peter Fischer-Baumeister ist seit 2004 – dem Protokoll nach – der erste Bürger im Stadtbezirk Mitte, sozusagen der Markus Lewe für die Menschen zwischen Germania-Campus und Clemenshospital, Aaseestadt und Dortmund-Ems-Kanal.

Am heutigen Montag wird der Hausmann, verheiratet mit einer Lehrerin und Vater zweier erwachsener Töchter, 65 Jahre alt. Er wechselt damit – nach dem klassischen Muster – in den Ruhestand. In der Tat hat der Jubilar auch die Frage seines Ehrenamtes geklärt: „Ich trete nicht mehr an“, so der Grüne mit Blick auf die Kommunalwahl im September.

Bezirksvertretung im Schatten des Rates

Den vier Legislaturperioden, die er in dem Stadtteilparlament gewirkt hat (davon drei als Bezirksbürgermeister), fügt er keine Fünfte hinzu.

Der Jubilar kann sich noch gut erinnern, wie es war, als ihm 2004 bewusst wurde, dass das Bürgermeisteramt auf ihn zukommen würde. SPD und Grüne hatten vor der Wahl vereinbart, im Falle einer gemeinsamen Mehrheit zu koalieren. Die stärkere der beiden Parteien solle den Bezirksbürgermeister stellen. „In der festen Erwartung, dass die SPD mehr Stimmen bekommt als wir“, habe er sich für die Grünen zum Bürgermeisterkandidaten küren lassen. Und dann kam der Wahlabend: Die GAL landete vor der SPD . . .

Fischer-Baumeister hat es nie bereut, in der Bezirksvertretung (BV) aktiv zu sein, auch wenn diese kaum aus dem Schatten des Rates trete könne. „Aber wir sind näher dran an den Menschen.“ Spielplätze, Grünanlagen, Kunst im öffentlichen Raum, Verkehrsberuhigung, Förderung des Vereinslebens – das sind klassische Beratungspunkte der BV. Natürlich würde es der Grüne begrüßen, wenn die BV über mehr Kompetenzen und auch mehr Geld verfügen würde. Aber die Realität (auch in den eigenen Reihen) lehrt ihn: „Der Rat will nichts abgeben.“

Diskussion über Aggression gegen Kommunalpolitiker

Aktuell wird viel über Aggression gegen Kommunalpolitiker diskutiert. Fischer-Baumeister kann eigentlich keine Steigerung feststellen, vielmehr begleiten ihn seit Beginn an heftige und turbulente Bürgerversammlung, die er leiten musste. Als besonders heftig sind ihm in Erinnerung geblieben die Anwohnerproteste gegen die LVM-Erweiterung, gegen den Neubau der Aaseesterrassen, gegen das neue Quartier an der Schulstraße sowie gegen das Neubaugebiet Markweg.

Von Amts wegen müsste Peter Fischer-Baumeister auch die Bürgerversammlung zum neuen Bebauungsplan Hafen-Markt am 3. März leiten. „Der Termin wurde aber von der Stadtverwaltung festgelegt, ohne mit mir zu reden.“ Mit dem Ergebnis, dass er den Termin nicht wahrnehmen kann.

Der Bezirksbürgermeister findet das komisch, nimmt es aber nicht weiter tragisch. Denn man kann erahnen, dass es bei dieser Sitzung sehr hoch hergehen wird.

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