Nathan Gray in der Sputnikhalle
Auf zu neuen Ufern

Münster -

Ein Konzert voller Emotionen: Am Samstag trat Nathan Gray in der Sputnikhalle auf. Der „Boysetsfire”-Sänger will mit seiner Musik eine neue Richtung einschlagen.

Montag, 17.02.2020, 21:00 Uhr
Anfang des Jahres hat Nathan Gray, Sänger von „Boysetsfire“ sein Solo-Album „Working Title” herausgebracht. Gemeinsam mit den Musikern von „Norbert Buchmacher” und in Begleitung von Matze Rossi und der Grunge-Band „Swain” trat er am Samstag in der Sputnikhalle auf.
Anfang des Jahres hat Nathan Gray, Sänger von „Boysetsfire“ sein Solo-Album „Working Title” herausgebracht. Gemeinsam mit den Musikern von „Norbert Buchmacher” und in Begleitung von Matze Rossi und der Grunge-Band „Swain” trat er am Samstag in der Sputnikhalle auf. Foto: Anna Girke

Auf dem Klavier steht eine Nachttischlampe, Nebel wabert über die Bühne. In der Mitte steht Nathan Gray , eine Akustikgitarre mit drei aufgedruckten Rosen um die Schulter, und stimmt die ersten Töne von „Refrain” an. Das Lied ist Teil seines Solo-Albums „Working Title”, welches der Boysetsfire-Sänger Anfang des Jahres veröffentlicht hat. Darauf zeigt er sich von einer ruhigen, emotionalen Seite, die er folgerichtig auch am Samstag beim Konzert in der Sputnikhalle preisgibt.

„Es ist manchmal schwer, meine Gefühle zu kontrollieren, aber ich habe gelernt, dass ich sie nicht unterdrücken muss. Und ihr müsst das auch nicht”, sagt Gray mit Blick ins Publikum. Lächelnd und mit Tränen in den Augen singt er in „I´m a Lot” von der in sich gefundenen Selbstliebe und erklärt in „In My Defense”, dass er eine neue Richtung eingeschlagen hat: Seine Texte haben einen optimistischen Grundtenor, ruhigerer Indie wechselt sich mit Alternative-Rock ab.

Die Stimme des 47-Jährigen bricht, als er sich bei den Zuhörern für ihre Unterstützung bedankt. „Ich werde heute noch mindestens drei mal weinen, und es ist mir egal, was andere darüber denken. Das ist ein Ort, an dem ihr geschützt eure Gefühle ausleben könnt”, betont Gray. Es scheinen aber vor allem Tränen der Freude zu sein, die der Sänger glücklich lächelnd und voll positiver Energie vergießt.

Auf der Bühne der Sputnikhalle zeigt er aber auch seine ernste Seite, als die letzten Töne von „Echoes” aus dem 2018 veröffentlichten Album „Feral Hymns” verklingen: Er erzählt, wie der Inhalt des Liedes die sexuelle Belästigung thematisiere, die er als Kind erfahren hat. Rufe aus dem Publikum, offenbar von Menschen, die diese Erlebnisse mit dem Sänger teilen, verstärken die persönliche Atmosphäre des Konzerts.

Nathan Gray hat aber auch eine Antwort darauf, er singt über die Wichtigkeit des Wortes „Nein” und wie jeder Freiheit und Liebe verdient. Als Gray dann zu „The Markings” über die Bühne tanzt, nimmt das Konzert nach dem ernsteren Teil wieder eine positive Stimmung an. Die Musiker von „Norbert Buchmacher”, die als Vorband mit Gray unterwegs sind, unterstützen ihn am Bass, Klavier, Gitarre und Schlagzeug. Teil der Tour sind auch „Swain”, ein in Berlin lebendes Grunge-Trio, und der Sänger „Matze Rossi”, die ebenfalls vor dem Boysetsfire-Sänger auftraten.

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