Provinzial-Eigner sauer auf Betriebsrat
„Mit falschen Informationen Unruhe gestiftet“

Münster -

Sobald die Jahresabschlüsse 2019 vorliegen, könnten Nägel mit Köpfen gemacht werden: Die Eigentümer der Provinzial NordWest und der Provinzial Rheinland sind trotz des jüngsten Störfeuers aus dem Betriebsrat in Münster offenbar entschlossen, die Verschmelzung der Versicherungsunternehmen umzusetzen. Schon bald dürften die Verbandsversammlungen zentrale Entscheidungen treffen.

Mittwoch, 19.02.2020, 07:20 Uhr aktualisiert: 19.02.2020, 07:23 Uhr
Provinzial-Eigner sauer auf Betriebsrat: „Mit falschen Informationen Unruhe gestiftet“
Die Zentrale der Provinzial NordWest in Münster Foto: dpa

Vor diesem Hintergrund reagierten die Anteilseigner der Provinzial NordWest (Münster/Kiel) entsprechend verärgert auf eine neue Forderung, die der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats erhebt. Wilhelm Beckmann hatte in Münster auf einer Betriebsversammlung die Absicherung von Standort- und Arbeitsplatzgarantien in einem Staatsvertrag zur Bedingung erhoben. Und er sprach von Hinweisen, wonach Eigentümer „Ausschüttungen zu ihren Gunsten“ planten. Damit werde dem Konzern Geld entzogen, das man dringend für Investitionen benötige. Am Ende seien Arbeitsplätze in Gefahr, so Beckmann.

„Ohne Sachgrund Unruhe“ gestiftet

In einem Brief, der der Redaktion vorliegt, werfen die Spitzen des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein und des Ostdeutschen Sparkassenverbandes dem Betriebsratsvorsitzenden vor, in einer entscheidenden Phase „falsche Informationen zu verbreiten“ und „ohne Sachgrund Unruhe zu stiften“.

Ein Staatsvertrag zur Verankerung der Garantien sei für eine Aktiengesellschaft wie die Westfälische Provinzial Versicherung unmöglich, so die Eigentümer. Für eine AG gelte das Aktien­gesetz. Aus diesem Grund sei der öffentliche Auftrag der Provinzial schon seit 2002 in der Satzung der Provinzial NordWest Holding verankert. Beckmanns Behauptung, die Satzung biete keinen Schutz, sei falsch und populistisch.

Bekenntnis zu Standorten und Arbeitsplätzen

Mehrfach hätten sie ein Bekenntnis zu Standorten und Arbeitsplätzen gegeben, so die Eigentümer. Die Gewerkschaft Verdi habe zuletzt im Januar beim Tarifabschluss mit der Provinzial NordWest Beschäftigungsschutz, Standortsicherung, Sicherung der Arbeitsbedingungen und Schutz vor Outsourcing als „wegweisend“ bezeichnet. Der Vertrag , so Verdi, biete „einmalige Schutzregelungen“.

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