Gleis-Booker sammelt Eindrücke beim Ment-Festival in Ljubljana
Vom Fachvortrag zum Clubkonzert

Münster -

Wo bekommen eigentlich Konzert-Booker ihre Ideen her? Frank Dietrich, Booker im Gleis 22, war jüngst auf einer Veranstaltung in Slowenien. Neben vielen Eindrücken brachte er auch einige interessante Namen auf dem Zettel mit zurück nach Deutschland.

Donnerstag, 20.02.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 12:16 Uhr
Anfang Februar weilte Frank Dietrich, in Münster unter anderem als Booker fürs Gleis 22 bekannt, eine Einrichtung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt, einige Tage in Ljubljana.
Anfang Februar weilte Frank Dietrich, in Münster unter anderem als Booker fürs Gleis 22 bekannt, einige Tage in Ljubljana. Foto: privat

Wie kommen eigentlich Woche für Woche neue Bands nach Münster? Einer, der dafür mitverantwortlich ist, ist Frank Dietrich . Der 49-Jährige ist mit einer Viertelstelle Booker für das Gleis 22, einem zwar kleinen Club, aber doch einem mit deutschlandweit gutem Ruf.

Um Ideen für neue Veranstaltungen zu sammeln, war Dietrich auf Einladung der Veranstalter jüngst einige Tage im slowenischen Ljubljana beim Ment-Festival. Das Festival ist eine öffentliche Musikveranstaltung quer durch die Clubs – und andere Locations – der Stadt, zu der auch viel Fachpublikum anreist. Wiedergekommen ist Dietrich nicht nur mit vielen neuen Eindrücken – sondern vor allem wortwörtlich beeindruckt.

Im Club wird noch geraucht

„Ich war zum ersten Mal da, hatte aber vorher schon von dem Festival gehört“, sagt Dietrich. Alles sei deutlich kleiner als etwa beim Reeperbahn-Festival. Dadurch sei es möglich gewesen, gerade mit denen, die aus beruflichen Gründen vor Ort gewesen seien – einigen Hundert aus ganz Europa – ganz anders ins Gespräch zu kommen, als bei deutlich größeren Veranstaltungen. „Das ist nicht ‚Big Business‘, eher ein Festival für Kulturinitiativen“, scherzt Dietrich, beim Gedanken an die Tage in Slowenien ganz offenbar noch gut aufgelegt. Auf Vorträgen sei es mitunter auch um ganz spezielle Themen gegangen. „Dabei hat sich gezeigt, dass es tatsächlich große Unterschiede gibt, wie Dinge in den verschiedenen Ländern gehandhabt werden“, erzählt Dietrich. In Ljubljana etwa werde im Club noch geraucht. Auffällig sei auch gewesen, dass es in der einstmals männlich dominierten Szene mehr und mehr Frauen gebe.

Neu auf dem Zettel

Neben den zahlreichen Vorträgen und Panels, an dem er teilnahm, waren es natürlich vor allem musikalische Beiträge, die auf Dietrichs Plan standen. „Das war sehr, sehr spannend“, sagt Dietrich. Allen voran haben ihn Lalalar beeindruckt, ein aus der Türkei stammendes „fantastisches Anatolian-Elektro-Funk-Trio“. „Denen traue ich einiges in den europäischen Clubs zu“, sagt Dietrich.

Auch Cheap House hat Dietrich seit Ljubljana auf dem Zettel. Die vierköpfige Band aus Frankreich habe im Kellergewölbe eines Schlosses mit einer Mischung aus Funk, House und Techno das Publikum in Ekstase versetzt. Nur so eine Redewendung? Nein – „die Leute sind ausgerastet“, sagt Dietrich.

Angenehm seien neben der musikalischen Klasse aber auch die Rahmenbedingungen in der merklich westlich orientierten Stadt Ljubljana gewesen. Entspannter öffentlicher Nahverkehr, „eine super Organisation und eine unglaubliche Freundlichkeit die drei Tage über in einer traumhaften Stadt“, fasst Dietrich seinen Aufenthalt zusammen. Einmal da, blieb er gleich einige Tage länger. Altstadt und Umland bleiben davon als Eindrücke – einige andere, mehr musikalische, werden vielleicht schon in naher Zukunft im Gleis 22 zu erleben sein.

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