Auftakt zur Vortragsreihe „Abendvisite“ bereits ausverkauft
Ist Vorhofflimmern heilbar?

Münster -

Wenn am 3. März eine neue Runde der Vortragsreihe „Abendvisite“ startet, dann geht es direkt mal um den wichtigsten Muskel, den der menschliche Körper besitzt: das Herz. Genauer um Vorhofflimmern. Wie sich diese Erkrankung äußert, wie sie diagnostiziert und therapiert wird und was man tun kann, um das Risiko im Vorhinein zu senken, erläutert Prof. Dr. Lars Eckardt vom Uniklinikum Münster. Die Veranstaltung war binnen weniger Stunden ausverkauft.

Donnerstag, 20.02.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 12:26 Uhr
Ein Druckgefühl in der Brust kann Anzeichen für Vorhofflimmern sein. Genau dieser Thematik widmet sich der erste Termin der diesjährigen „Abendvisite“.
Ein Druckgefühl in der Brust kann Anzeichen für Vorhofflimmern sein. Genau dieser Thematik widmet sich der erste Termin der diesjährigen „Abendvisite“. Foto: imago stock&people

Das Herz pocht wie verrückt, es schlägt bis zum Hals, Luftnot kommt dazu, Druckgefühl in der Brust, Angst. Wer das zum ersten Mal erlebt, der gerät in Panik – und viele führt der Weg direkt in die Notaufnahme einer Klinik.

Eine mögliche Diagnose: Vorhofflimmern. Die Zahl der Patienten steigt – auch deshalb, weil immer mehr Menschen immer älter werden. Denn: „Das Alter ist auch ein Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken“, betont Prof. Dr. Lars Eckardt .

Der Direktor der Klinik II Kardiologie und Angiologie im Universitätsklinikum Münster sieht täglich Betroffene, deren Leben durch diese Herzrhythmusstörung im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Takt geraten ist. Es gibt aber auch die Menschen, die gar keine Beschwerden haben – und bei denen das Vorhofflimmern quasi als Zufallsbefund erkannt wird. Und es gibt die Gruppe, die ab und an mal Vorhofflimmern verspüren, sich aber nicht ständig beeinträchtig fühlen.

Doch eine Frage beschäftigt sie alle gleichermaßen: „Ist Vorhofflimmern heilbar?“ Eine Antwort darauf bekommen die Besucher in der „Abendvisite“ am 3. März (Dienstag). An dem Abend informiert Prof. Eckardt die Zuhörer ausführlich über die Beschwerden, über Diagnose und Therapie bei Vorhofflimmern.

Die Zahl der Betroffenen in Deutschland wird auf knapp zwei Millionen geschätzt – Männer und Frauen sind dabei gleichermaßen betroffen. Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Zahl der Patienten, bei denen Vorhofflimmern diagnostiziert wird – bis dahin liegt sie noch unter einem Prozent der Bevölkerung, ab 60 Jahren sind schon vier bis sechs Prozent mit Vorhofflimmern belastet, unter den über 80-Jährigen steigt der Anteil noch einmal auf bis zu 16 Prozent.

Wie bei vielen Erkrankungen gilt auch hier: „Ein gesundes Leben schützt“, unterstreicht Prof. Eckhardt die Möglichkeit, selbst etwas zu tun, um das persönliche Risiko zumindest zu senken. Zu wenig Bewegung, zu hoher Blutdruck, Übergewicht – das allein seien schon drei Faktoren, die man umkehren und positiv beeinflussen könne.

Denn es ist nicht nur das Vorhofflimmern, das die Mediziner im Blick haben, sondern auch das damit verbundene Risiko eines Schlaganfalls. Um zu verhindern, dass sich Blutgerinnsel bilden und ins Gehirn gelangen, werden oftmals gerinnungshemmende Medikamente verordnet.

Um aber zuvor die Diagnose Vorhofflimmern abzuklären, sind EKG und auch Langzeit-EKG-Untersuchungen unerlässlich. Ziel der weiteren Therapie ist es, das Vorhofflimmern ganz zu verhindern oder aber zumindest die Häufigkeit, Schwere und Dauer der Attacken zu verringern.

Dabei können Medikamente helfen. Reicht das nicht, bleiben als Eingriffe die Kardioversion oder eine Katheterablation. Wie sie funktionieren und für wen sie in Frage kommen, auch das wird Prof. Eckardt in der Abendvisite erläutern.

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