Haftstrafen für zwei Männer aus Hiltrup
Scheinkäufer enttarnen Drogendealer

Münster -

Ein 50-jähriger Hiltruper ist wegen Drogenhandels zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Scheinkäufer der Polizei waren ihm auf die Schliche gekommen.

Mittwoch, 19.02.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 19.02.2020, 21:11 Uhr
Haftstrafen für zwei Männer aus Hiltrup: Scheinkäufer enttarnen Drogendealer
(Symbolbild) Foto: dpa

Gleich vier Mal ist ein Verkäufer harter Drogen im Sommer in der Szene am Bremer Platz auf einen Scheinkäufer der Polizei gestoßen. So flog er auf. Das Landgericht hat den 50 Jahre alten Hiltruper am Mittwoch wegen insgesamt zehn Verkäufen von Heroin und Kokain zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Darüber hinaus urteilte die Strafkammer gegen ihn wegen Besitzes von Betäubungsmitteln zusätzlich ein Jahr und drei Monate Haft aus – darin sind zwei frühere Geldstrafen des Amtsgerichts einbezogen. Ende Juli 2018 war der Mann auf einem Motorroller in Hiltrup unterwegs und wurde von einer Polizeistreife angehalten. Er warf Drogen, die er bei sich hatte, in eine Grünanlage, um nicht damit aufzufallen. Die Polizei fand den Stoff aber.

Wegen der Heroin- und Kokainverkäufe am Bremer Platz war ein 37-Jähriger mitangeklagt (wir berichteten). Das Dealen rechnete das Gericht beiden Männern zu, weil sie gemeinsam aufgetreten waren. Einmal fuhren sie – beide wohnten in Hiltrup wenige Häuser voneinander entfernt – mit einem Taxi zum Bremer Platz. Dabei wurden sie im Bahnhofsumfeld von Ermittlern beobachtet – und bei den Drogengeschäften, die sie anschließend auf der „Platte“ unternahmen. Einer der Abnehmer war wieder ein Scheinkäufer der Polizei.

Drogenabhängig und vorbestraft

Den 37-Jährigen verurteilte das Landgericht nun wegen unerlaubten Handels mit Heroin und Kokain in den zehn Fällen zu einem Jahr und neun Monaten Haft. Er soll in dieser Zeit eine Entzugstherapie in einer geschlossenen Einrichtung machen.

Beide Männer seien „langjährig drogenabhängig“ und „erheblich vorbestraft“, schilderte der Richter. Der 50-Jährige hatte bei Gericht erklärt, dass er als Jugendlicher gleich mit harten Drogen begonnen und mittlerweile seit 36 Jahren „drauf“ sei. Der Jüngere erzählte von seiner bisher – mit Unterbrechungen – acht Jahre andauernden Abhängigkeit.

Der „Suchtdruck“ habe dazu geführt, dass sich die Männer durch Drogengeschäfte neuen Stoff und Geld beschaffen wollten, hieß es in der Urteilsbegründung. Anders als der 37-Jährige weigerte sich der Ältere, eine Entzugstherapie im Maßregelvollzug zu machen. Er denke „mit Grauen“ an einen – gescheiterten – Therapieversuch vor etwa 20 Jahren zurück, hatte er erklärt. Eine Therapie würde er nur ambulant machen. Der Richter vermutete den Grund dafür darin, dass er sich dem Zwang unter geschlossenen Bedingungen nicht stellen wolle.

Die Männer müssen als Gesamtschuldner 1800 Euro Wertersatz an die Staatskasse bezahlen. Der Betrag wurde als Gewinn aus dem Dealen angenommen.

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