„Echte Gefühle” in der Halle Münsterland
Atze Schröder: Gute Laune, flache Gags und viel Selbstironie

Münster -

Der Karriere-Höhepunkt von Atze Schröder dürfte längst überschritten sein. Und doch schafft es die Comedy-Kultfigur am Wochenende gleich an drei Abenden nacheinander die Halle Münsterland zu füllen und zufriedene Besucher in die Nacht zu entlassen.

Sonntag, 23.02.2020, 13:20 Uhr aktualisiert: 23.02.2020, 13:24 Uhr
„Echte Gefühle” in der Halle Münsterland: Atze Schröder: Gute Laune, flache Gags und viel Selbstironie
Foto: Jonas Wiening

Ein Atze Schröder ändert sich nicht. Schon seit Jahrzehnten gibt er den sympathischen Macho, den Essener Ruhrpott-Proll. So auch bei seinem aktuellen Programm „Echte Gefühle“. Für Schröder ist Münster oder besser gesagt das Münsterland ein Heimspiel. Immer wieder spielt der Lockenkopf auf die Region an, spricht von Ostbevern und Lengerich, dem Dorf Münsterland oder dem Bullenball.

Kein politischer oder gesellschaftskritischer Witz

„Intellektuell geht es heute Abend hoch - und wieder tief“, kündigte der Comedian zu Beginn seiner Show an. Das war eine Lüge, denn als intelligent lässt sich der Humor von Atze an diesem Abend wohl zu keiner Zeit bezeichnen. Doch das ist gar nicht weiter schlimm. Wer politischen oder gesellschaftskritischen Witz wolle, der wäre ja erst gar nicht gekommen, merkt der Künstler selbst ganz richtig an. Und so bewegen sich die Pointen nur knapp über der Gürtellinie.

Atze Schröder mit seinem Programm „Echte Gefühle“ in der Halle Münsterland

1/6
  • Am Freitag, am Samstag und am Sonntag - ganze drei Abende - füllt Comedian Atze Schröder die Halle Münsterland mit seinem Programm "Echte Gefühle".

    Foto: Jonas Wiening
  • Am Freitag, am Samstag und am Sonntag - ganze drei Abende - füllt Comedian Atze Schröder die Halle Münsterland mit seinem Programm "Echte Gefühle".

    Foto: Jonas Wiening
  • Am Freitag, am Samstag und am Sonntag - ganze drei Abende - füllt Comedian Atze Schröder die Halle Münsterland mit seinem Programm "Echte Gefühle".

    Foto: Jonas Wiening
  • Am Freitag, am Samstag und am Sonntag - ganze drei Abende - füllt Comedian Atze Schröder die Halle Münsterland mit seinem Programm "Echte Gefühle".

    Foto: Jonas Wiening
  • Am Freitag, am Samstag und am Sonntag - ganze drei Abende - füllt Comedian Atze Schröder die Halle Münsterland mit seinem Programm "Echte Gefühle".

    Foto: Jonas Wiening
  • Am Freitag, am Samstag und am Sonntag - ganze drei Abende - füllt Comedian Atze Schröder die Halle Münsterland mit seinem Programm "Echte Gefühle".

    Foto: Jonas Wiening

Zum Totlachen ist es nicht gerade, wenn Atze sich über die Kinder von Boris Becker lustig macht - eher im Gegenteil. Doch Schröder und das Publikum haben gemeinsam Spaß. Der Comedian ist ohnehin ein geborener Entertainer, der es schafft mit den Zuschauern zu spielen, sie immer wieder einzubinden. Amüsant sind die Vergleiche, die Atze zieht. Helene Fischer sei „nuttig, aber mit Niveau, also wie die Herbertstraße, nur gefegt.“ Oder die Beschreibung einer hübscheren, etwas älteren Frau: „Wie Cartier-Adel mit Krügerrand.“ Ja ne, is klar?! 

Tiefpunkt mit Wendler-"Witz"

Und auch die Witze über den Wendler („Ein Experiment des Fraunhofer-Instituts?“) und seine erst 19-jährige Freundin Laura kommen beim Publikum zunächst gut an. Doch dann wird es schlagartig still im Saal. Atze erzählt, dass Lauras Vater es wohl immer noch bereuen müsse, sie einst zu einer Autogrammstunde des Wendlers gefahren zu haben. „Der wird sich im Nachhinein auch gedacht haben: ‚Warum hab ich sie nicht direkt zu Bushido gebracht? Oder in eine Shisha-Bar?“ Wenige Tage nach den rassistisch motivierten Anschlägen auf zwei Shisha-Bars in Hanau, ist dieser „Witz“ - ob so gemeint oder nicht - einfach nicht witzig. Im Gegenteil! Kein Wunder, dass auch die Fans kurz verstummen.

Es ist der Tiefpunkt eines Abends, der sich ansonsten als kurzweilig beschreiben lässt. Das liegt allerdings weniger an brillanten Pointen, als an Atzes ansteckender guten Laune und der Portion Selbstironie, die er mitbringt. So nimmt er seine eigene Werbekampagne für „Bruzzler“ aufs Korn. Er sei gefragt worden, wie diese Würstchen schmecken würden. „Keine Ahnung. Ich habe so ein Phosphor-Stäbchen noch nie gegessen“, erklärt Schröder.
Und so dürfte den zufriedenen Besuchern zwar keine große Erinnerung an nachhaltige Gags, dafür aber - trotz des kurzen „Shisha-Bar“-Fauxpas - an einen kurzweiligen, stimmungsvollen Abend bleiben.

Wenn Sie den folgenden Facebook Beitrag ansehen möchten, aktivieren Sie diesen bitte über den Button. Mit der Aktivierung des Beitrags erklären Sie sich damit einverstanden, dass Daten an Facebook übermittelt werden.
Der Facebook-Post wird geladen
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7284240?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker