Zahl der Verkehrsunfälle ist gestiegen
Furth setzt auf Prävention und Repression

Münster -

Der neue Polizeipräsident setzt auf Prävention und Repression, um die Verkehrsunfallzahlen zu senken. Zudem verspricht er sich weitere Erfolge von Infrastrukturmaßnahmen, die sich bereits im vergangenen Jahr bewährt haben.

Mittwoch, 26.02.2020, 08:00 Uhr
Der neue Polizeipräsident Rainer Furth (l.) stellte am Dienstag die münsterische Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr vor.
Der neue Polizeipräsident Rainer Furth (l.) stellte am Dienstag die münsterische Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr vor. Foto: Oliver Werner

An vier Innenstadt-Kreuzungen wurden im vergangenen Jahr die Ampelschaltungen für Radfahrer und Kraftfahrzeuge getrennt. Abbiegeunfälle unter Beteiligung von Radfahrern und Fußgängern gab es danach nicht mehr. „Das ist ein guter Einstieg, um die Unfallzahlen dauerhaft zu reduzieren“, so Polizeipräsident Rainer Furth am Dienstag bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik 2019.

Furth spricht mit Blick auf diesen Erfolg – angesichts erneut gestiegener Unfallzahlen – von einem „Silberstreif am Horizont“. Daher sollen bald auch in zwölf weiteren Einmündungsbereichen im Stadtgebiet die Ampelschaltungen getrennt werden. Die entsprechenden Prüfaufträge lägen bereits bei der Stadt, so Martin Fischer , Leiter der Direktion Verkehr. Er lobte am Dienstag ausdrücklich die Zusammenarbeit mit der Verwaltung. „Nachdem wir unfallträchtige Stellen gemeinsam besichtigt hatten, wurden zum Teil noch am gleichen Tag Maßnahmen umgesetzt.“

Beamte sollen sich Kennzeichen im Vorbeifahren merken

Neben Veränderungen in der Infrastruktur will die münsterische Polizei in Zukunft repressive Maßnahmen verstärken. Beobachten Beamte auf dem Weg zu einem dringenden Einsatz Verkehrswidrigkeiten, dann werden sie sich die Kfz-Kennzeichen im Vorbeifahren merken und die Fahrzeughalter später anschreiben, verspricht Furth. „Sie sollen wissen, dass sie von uns gesehen wurden.“ Lange sei dieses Vorgehen tägliche Praxis gewesen – nun soll es reaktiviert werden, betont der neue Polizeipräsident, der erst seit wenigen Wochen im Amt ist. Zudem soll es wieder mehr öffentlichkeitswirksame Präventionsmaßnahmen geben.

Radfahrer waren im vergangenen Jahr an 1182 Verkehrsunfällen beteiligt – ein Plus von 272 gegenüber dem Vorjahr. 100 Radler wurden schwer, fast 700 leicht verletzt. „Die häufigsten Unfallursachen im Radverkehr sind Fehler beim Abbiegen, Nichtbeachten der Vorfahrt sowie mangelhafter Abstand“, betont Furth. Daher seien neben alternativen Verkehrsregelungen, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit für richtiges und rücksichtsvolles Verkehrsverhalten auch Schutz und Sichtbarkeit wichtig, um die Situation zu verbessern. Die Polizei werde zur Verhinderung von Unfällen weiter auf Präsenz setzen – und ihre Kontrollen im gesamten Stadtgebiet ausweiten.

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