Gründerstipendium in Münster stark gefragt
Sprungbrett für pfiffige Ideengeber

Münster -

Ein Gründerstipendium hilft jungen Existenzgründern bei der Umsetzung von Ideen im Bereich zukunftsorientierter Technologien und innovativer Dienstleistungen. Die städtische Wirtschaftsförderung hilft bei der Beantragung.

Mittwoch, 26.02.2020, 10:00 Uhr
Mit dem Gründerstipendium haben sie ihre innovativen Ideen umgesetzt: Philipp Roß (l.) und Leon Brinkhaus mit ihrem mobilen Fahrrad-Grill „Bratesel“ und Pia Bönnemann (2.v.r.) sowie Krystof Beuermann (r.) mit „Blackbox Innovation“. Hilfestellung in der Startphase bietet Elisabeth Remmersmann (Mitte) von der Wirtschaftsförderung Münster.
Mit dem Gründerstipendium haben sie ihre innovativen Ideen umgesetzt: Philipp Roß (l.) und Leon Brinkhaus mit ihrem mobilen Fahrrad-Grill „Bratesel“ und Pia Bönnemann (2.v.r.) sowie Krystof Beuermann (r.) mit „Blackbox Innovation“. Hilfestellung in der Startphase bietet Elisabeth Remmersmann (Mitte) von der Wirtschaftsförderung Münster. Foto: hö

Ein Wirtschaftsstandort ist auf ideenreiche Nachwuchsunternehmer angewiesen. Deshalb hat das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW vor eineinhalb Jahren sein Förderinstrumentarium um Gründerstipendien erweitert. Ein Instrument, das auch in Münster ausgesprochen gut nachgefragt wird und manchem den Sprung in die Selbstständigkeit ermöglicht hat, wie Elisabeth Remmersmann, Gründungsberaterin der Wirtschaftsförderung Münster, resümiert: „Im vergangenen Jahr wurden 59 erfolgreiche Anträge eingereicht und insgesamt 708 000 Euro Fördermittel eingeworben.“

Das Gründungstipendium wird für zwölf Monate in Höhe von jeweils 1000 Euro als Unterstützung zum Lebensunterhalt gezahlt, um in der anspruchsvollen Startphase Freiraum zu schaffen, um sich ganz auf die Umsetzung der Geschäftsidee zu konzentrieren. Und zwar für Konzepte im Bereich zukunftsorientierter Technologien und innovativer Dienstleistungen, wie Remmersmann betont.

Die beiden Studenten Leon Brinkhaus und Philipp Roß haben die Jury mit ihrer pfiffigen Geschäftsidee „Bratesel“ überzeugt. Ein Edelstahlgrill, der aus einer speziellen Fahrradtasche geklappt wird und das mobile Grillen in der Natur auf eine qualitativ hochwertige Ebene hievt. „Zudem setzt unser Konzept auf Nachhaltigkeit“, erklärt Design-Student Leon Brinkhaus, der das Grundkonzept im Rahmen seiner Bachelorarbeit entwickelt hat. Produziert werde der Grill in Deutschland. Und für die Fertigung der Taschen kooperieren die Existenzgründer mit dem Verein Chance, der vor allem Haftentlassene unterstützt. Per Crowdfunding erhoffen sich die Existenzgründer nun weiteres Kapital.

Als „Sprungbrett in die Selbstständigkeit“ wertet Krystof Beuermann das Gründerstipendium. Der Softwareentwickler hat nach rund zehn Jahren Angestelltentätigkeit nun gemeinsam mit der Wirtschaftspsychologin Pia Bönnemann das Unternehmen „Blackbox Innovation“ an den Start gebracht. „Wir helfen Personen und Firmen, digitale Produkte schnell und effizient zu entwickeln“, erklären die beiden. Mit ihrer eigenen digitalen Plattform „Wunderantrag“ haben sie es vorexerziert. Damit helfen sie Psychotherapeuten, Anträge an kassenärztliche Gutachter schnell zu schreiben und zu verwalten. „Mit unserer Hilfe haben Psychotherapeuten bis zu 50 Prozent Zeitersparnis und haben dadurch mehr Zeit für ihre Patienten“, unterstreicht Pia Bönnemann. Es gehe darum, bürokratische Prozesse zu verschlanken. Aber: „Ohne das Gründerstipendium wären wir längst noch nicht so weit“, geben die beiden unumwunden zu. Sie haben sich nach einigen Jahren Berufserfahrung nun den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt.

Rund 60 Prozent der münsterischen Antragsteller fürs Gründerstipendium kommen aus dem Hochschulbereich, weiß Elisabeth Remmersmann. „Unterstützt werden Gründungen, von denen man noch nicht ganz genau weiß, ob sie sich am Markt behaupten.“

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