Stadt fördert Schallschutzfenster an lauten Straßen
Für 107 Gebäude kann Geld beantragt werden

Münster -

Vor 107 Gebäuden in Münster ist es so laut, dass die Hauseigentümer Geld für Lärmschutzfenster beantragen können. Die Stadt darf die Eigentümer nicht direkt anschreiben. Aber hier die Adressen!

Mittwoch, 26.02.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 20:22 Uhr
Für Häuser in diesem Teil der Weseler Straße kann Geld beantragt werden.
Für Häuser in diesem Teil der Weseler Straße kann Geld beantragt werden. Foto: Matthias Ahlke

Lärmschutz ist ein hohes Gut, Datenschutz ist auch ein hohes Gut. Was aber passiert, wenn das eine Gut dem anderen in die Quere kommt, das zeigte sich in der Sitzung des Umweltausschusses am Dienstagabend.

Also: Der Ausschuss begrüßte einhellig ein neues Förderprogramm, das die Stadt Münster im Zusammenhang mit dem aktuell laufenden Lärmaktionsplan auflegen will. Die Eigentümer von 107 Gebäuden im Stadtgebiet, die in besonderem Maß dem Straßenlärm ausgesetzt sind, können für Lärmschutzfenster Geld der Stadt in Anspruch nehmen, konkret bis zu 4000 Euro je Wohnung und bis zu 20 000 Euro je Eigentümer. An den betreffenenden Standorten, so hat es die Stadtverwaltung ermittelt, befinden sich rund 1200 Fenster. Gefördert werden auch sogenannte Schalldämmlüfter sowie die Dämmung von Rollladenkästen.

Einschränkend wies Umweltdezernent Matthias Peck darauf hin, dass die Stadt Münster lediglich im „Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz“ aktiv die Hauseigentümer ausfindig machen dürfe, um diese auf das neue Förderangebot hinzuweisen. Will sagen: Potenzielle Eigentümer sollten sich selbst rühren.

Vielleicht hilft es da ja, an dieser Stelle die Adressen der Häuser zu nennen, für die Geld beantragt werden kann:

  • Weseler Straße 1-77 (Häuser zwischen Bismarckallee und Goebenstraße).
  • Hammer Straße 247-281 (Häuser zwischen Umgehungsstraße und Düesbergweg)
  • Geiststraße 2-15 (Häuser zwischen Weseler Straße und 70 Meter nördlich der Einmündung Goebenstraße)
  • Steinfurter Straße 97-150 (Häuser zwischen der ehemaligen Eishalle und circa 130 Meter nördlich des York-Rings)
  • Schlossplatz 18-30 (Häuser zwischen Münzstraße und Überwasserstraße).

In der Aussprache wiesen Ausschussmitglieder darauf hin, dass moderne Schallschutzfenster in der Regel eine hohe Wärmedämmung bieten. Das könne dann zum Problem werden, wenn hoch moderne Fenster in ein ansonsten schlecht isoliertes Gebäude eingebaut werden.

Dezernent Matthias Peck erklärte daraufhin mit einem Augenzwinkern, dass man als Eigentümer durchaus Fördergelder für eine energetische Sanierung sowie Fördergelder für mehr Schallschutz kombinieren könne.

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