Neues Quartier am Hafen
690 Wohnungen am Wasser

Münster -

In die Pläne, am Stadthafen ein neues Quartier zu errichten, kommt Bewegung. Stadt und Investoren haben sich über die Planung geeinigt. 690 Wohneinheiten und Gewerbeflächen für bis zu 2000 Arbeitsplätze sollen hier entstehen.

Freitag, 28.02.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 28.02.2020, 19:26 Uhr
Das Modell für die geplante Bebauung am Hafen auf dem ehemaligen Osmo-Gelände: Unten im Bild das Hafenbecken.
Das Modell für die geplante Bebauung am Hafen auf dem ehemaligen Osmo-Gelände: Unten im Bild das Hafenbecken. Foto: Stadt Münster

Die Zeichen stehen auf Grün für die Realisierung des geplanten Stadtquartiers. Wo früher die Osmo-Hallen standen, kann zwischen Stadthafen 1 und Schillerstraße ein neues Quartier zum Wohnen, Arbeiten und Leben entstehen, mit 690 Wohneinheiten sowie Büros, Hotel- und Gastronomiebetrieben mit bis zu 2000 Arbeitsplätzen. Die Grundlage bildet ein Rahmenvertrag zwischen der Stadt Münster und drei privaten Eigentümern beziehungsweise Investoren, berichtet die Stadt in einer Pressemitteilung.  

Anfang 2018 bereits hatte der Planungsausschuss eine Freigabe für die städtebauliche Planung erteilt und gleichzeitig  die Verwaltung beauftragt, einen Rahmenvertrag mit den Investoren zu verhandeln.

Lange war um die einzelnen Bausteine gerungen worden. Jetzt hat die Planungsverwaltung den politischen Gremien die abschließend verhandelten Rahmenbedingungen vorgelegt. „Der Vertrag liegt auf dem Tisch. Damit ist eine entscheidende Etappe auf dem Weg zur Realisierung eines neuen Stadtquartiers gemeistert“, freut sich Oberbürgermeister Markus Lewe. 

In den Gesprächen zwischen Stadt und Investoren galt es, wichtige Hürden zu überwinden. Im Fokus der städtischen Ansprüche standen dabei vor allem auch die Wohnungsvielfalt und wohnungsstrukturelle Qualitäten.

245 preiswerte Wohnungen

Der Vertrag enthält daher unter anderem die Zusage zur Einhaltung einer 30-Prozent-Quote von gefördertem Wohnraum – trotz „Altfallregelung“ für das ursprüngliche Planungsprojekt, wie es weiter heißt. Preiswerte Wohnangebote (245 Wohnungen) werden so besonders für Studierende, Familien, Auszubildende und betreutes Seniorenwohnen entstehen.

Stadtbaurat Robin Denstorff erklärt: „Das neue Quartier wird die Gesamtstadt positiv prägen – belebt und belebend zugleich. In seiner Nutzungsvielfalt wird es ein innovatives urbanes Stück Stadt mit Aufenthaltsqualitäten bis an den attraktiven Kaiabschnitt am Stadthafen abbilden und für neue Wegevernetzungen sorgen.“ 

Ergänzend zu den Rahmenbedingungen aus dem Vertrag enthält die Beschlussvorlage auch den Vorentwurf des Bebauungsplans und das weiterentwickelte städtebauliche Konzept.

Der Rat der Stadt Münster kann damit  in seiner nächsten Sitzung am 25. März die Bauleitplanung in Gang setzen. Sein positives Votum wäre der Startschuss für ein zügiges Verfahren zum Bebauungsplan, in dem die Öffentlichkeit ebenso frühzeitig wie transparent informiert und beteiligt wird.

Abriss der Osmo-Hallen: Wie sich das Gesicht des Hafens ändert

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  • Abschied von den Osmo-Hallen: Ein großer Teil des alten Industriegebäudes ist bereits abgerissen.

    Foto: Oliver Werner
  • Auf der freien Fläche am Wasser plant die LVM einen Gebäudekomplex mit Büros, Restaurants und Wohnungen. Auf dem Nachbargrundstück (rechts) wollen Andreas Deilmann und Rainer M. Kresing...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...Wohnungen bauen. Es handelt sich um die weißen Gebäude auf diesem Plan der Stadt Münster.

    Foto: Stadt Münster
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    Im Münster-Modell stehen die Neubauten am Hafen schon. Beim LVM-Gebäude in der Mitte sind schon viele Details zu erkennen. Links davon ist die geplante Erweiterung des Coppenrath-Verlags, rechts die des Kuhr-Speichers zu sehen. Das braune Gebäude am linken oberen Rand ist das im Bau befindliche Hafencenter.

    Foto: Oliver Werner
  • Das über die Wasserkante hinausragende Dach der Osmo-Hallen wird als Wahrzeichen des Hafens in abgeänderter Form erhalten bleiben. Darunter will die LVM eine überdachte, öffentlich zugängliche Freifläche errichten.

    Foto: Oliver Werner
  • Während der Bereich zwischen Wasserkante und Hafenweg fast schon komplett freigeräumt ist, haben die Arbeiten bei den hinteren Hallenteilen noch gar nicht begonnen.

    Foto: Oliver Werner
  • Da es für das Projekt von Deilmann und Kresing, das sich vom Hafenweg bis zur Schillerstraße erstreckt, noch kein Baurecht gebe, werde auch jetzt noch nicht abgerissen, heißt es.

    Foto: Oliver Werner
  • Die hinteren Hallenteile werden laut Deilmann-Projektentwicklung „frühestens in zwei Jahren″ abgerissen.

    Foto: Oliver Werner
  • Das LVM-Projekt ist da schon wesentlich weiter.

    Foto: Oliver Werner
  • Nur ein Teil der Halle des ehemaligen "Heaven" (im Hintergrund) steht noch.

    Foto: Oliver Werner
  • Zudem müssen noch einige Teile der Dachkonstruktion über dem Hafenweg entfernt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Bis Anfang September soll die alte Halle auf dem LVM-Gelände komplett demontiert sein.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch auf der anderen Hafen-Südseite (links) ändert sich gerade einiges.

    Foto: Oliver Werner
  • Diese Lagerhalle im Eigentum der Stadtwerke verschwindet.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch das Bürogebäude des früheren Gefahrgutlagers Lehnkering wird abgerissen. Damit wolle man Vandalismus zuvorkommen, sagt Stadtwerke-Pressesprecher Florian Adler. Für die alte Betonhalle von Lehnkering gibt es andere Pläne...

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Vollkorn-Bäckerei Cibaria will dort eine gläserne Backstube bauen.

    Foto: Entwurf Archplan, Visualisierung Loom
  • Wenn alles glatt läuft, soll auf der Südseite zudem ab Ende 2019 eine 700 Meer lange und bis zu 15 Meter breite Promenade entstehen. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Entlang der Hafenkante soll ein Geländer für Sicherheit sorgen. Clou des Entwurfs: zwei Sonnenterrassen, die über dem Wasser schweben.

    Foto: scapa - landschaftsarchitekten
  • Auf der Südseite hat sich in den letzten Jahren ohnehin schon mehr getan als gegenüber: (V.r.n.l.) Das Wolfgang-Borchert-Theater ist in den umgebauten Flechtheimspeicher gezogen. Auch der Rhenusspeicher wurde kernsaniert. Neu ist der Bürokomplex "Dock 14", in dem ein Dutzend Firmen untergebracht sind.

    Foto: Oliver Werner
  • Daneben hat der "SuperBioMarkt" eine neue Zentrale gebaut. 

    Foto: Oliver Werner
  • Schließlich hat die Hafenkäserei eine Heimat in Münster gefunden.

    Foto: Oliver Werner
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