Eichenprozessionsspinner
So will die Stadt Münster die Schädlinge bekämpfen

Münster -

Der Spinner kehrt zurück: 2020 wird es in Münster wohl noch mehr Eichenprozessionsspinner geben als im Vorjahr. Die Stadt sieht sich im Kampf gegen den Schädling allerdings gut gerüstet.

Donnerstag, 05.03.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 19:06 Uhr
Sehen die Stadt gut für den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner gerüstet: (v.l.) Hans-Ulrich Menke, Andreas Lambert und Wolfram Goldbeck vom Grünflächenamt.
Sehen die Stadt gut für den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner gerüstet (v.l.): Hans-Ulrich Menke, Andreas Lambert und Wolfram Goldbeck vom Grünflächenamt. Foto: Matthias Ahlke

2017 waren 1000 Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen, 2018 bereits 10 000 Eichen – und im vergangenen Jahr 20 000. Eine Verbesserung der Situation ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Das Grünflächenamt befürchtet, dass sich der Schädling in diesem Jahr noch stärker vermehren wird. Die Stadt sei darauf aber gut vorbereitet, betonten am Donnerstag Hans-Ulrich Menke , Andreas Lambert und Wolfram Goldbeck.

Im vergangenen Jahr standen dem Grünflächenamt 175 000 Euro für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zur Verfügung – 200 000 Euro mussten im Laufe des Jahres noch nachgeschossen werden, berichtet Lambert. In diesem Jahr liegt der Etat bei 500 000 Euro, der Kampf gegen den Spinner kann damit noch intensiver betrieben werden, sagt Goldbeck.

Vier Bodenkolonnen für Münster

Nachdem 2012 erstmalig Eichenprozessionsspinner in Münster gesichtet worden waren, befielen sie im vergangenen Jahr Bäume im gesamten Stadtgebiet. Nicht nur finanziell, auch personell habe die Stadt diesmal stärkere Ressourcen, betont Menke. So werden 2020 bis zu vier Bodenkolonnen unterwegs sein, um Raupen bis zu einer Höhe von sechs Metern zu entfernen. Zwei weitere Bodenkolonnen sollen mit Hilfe eines Schleppers große Raupen- und Gespinstmengen entfernen. Acht – statt bislang vier – Hubarbeitsbühnen können in einer Höhe von bis zu 30 Metern eingesetzt werden.

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

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  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner auch 2020 wieder breit aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Deutlich ausweiten will die Stadt den Einsatz von Bioziden – allerdings nur dort, wo es keine andere Möglichkeit gebe, den Spinner zu bekämpfen, wie Menke betont – zum Beispiel in schwierigem Gelände oder Wohngebieten. Fast jede zehnte der 35 000 städtischen Eichen soll mit einem Biozid besprüht werden, ebenso 3300 Meter Hecken und Waldränder. Insgesamt handele es sich um 100 Standorte. Alternative Maßnahmen von Vogelschutz bis zu Heißschaumverfahren sollen den Kampf gegen den Spinner unterstützen.

Mängelmelder wird freigeschaltet

Um die Maßnahmen noch besser koordinieren zu können, wird ab April ein Mängelmelder freigeschaltet. Unter www.stadt-muenster.de/maengelmeldung können Bürger eingeben, wo Spinner ihr Unwesen treiben – ebenso unter der Hotline  492 7878. Trotz aller Vorbereitungen werde es allerdings nicht möglich sein, sofort und überall Eichenprozessionsspinner zu entfernen, betonen die Grünflächenamt-Mitarbeiter – zumal Kitas, Schulen und Spielplätze bei der Abarbeitung Vorrang genießen.

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