Tipps der Caritas-Beratungsstelle
Mit Kindern über Corona sprechen

Münster -

Was für die Erwachsenen schon schwer zu begreifen ist, ist auch für Kinder nicht leicht. Wie erklärt man Kindern das Phänomen Coronavirus und seine Folgen? Die Caritas-Beratungsstelle gibt Tipps.

Mittwoch, 25.03.2020, 10:11 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 10:39 Uhr
Gegen Angst hilft auch Kindern gute Information.
Gegen Angst hilft auch Kindern gute Information. Foto: Caritas

„Mama, was ist Corona? Warum darf ich nicht in die Kita? In der Corona-Krise ist es nicht leicht, die richtigen Worte zu finden, heißt es in einem Pressebericht der Caritas Münster. „Nehmen sie die Ängste Ihrer Kinder und Ihre eigenen immer ernst. Für Kinder sind Sie jetzt die sichere Bank und das Vorbild“, rät Diplom-Psychologin Susanne Vogeley .

Ihre Erfahrung: „Was immer am meisten gegen Angst hilft, sind gute Informationen. Kinder möchten, dass die Erwachsenen verständnisvoll und beruhigend mit ihnen umgehen. Sie wollen Antworten und die Wahrheit hören – diese so kindgerecht wie möglich.“ Kinder abzuschmettern erhöhe deren Angst. Wenn Eltern gut erklären könnten, sollten sie es selber machen, empfiehlt die Mitarbeiterin der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Caritas. „Warten Sie lieber auf weitere Fragen als zu viel zu genau zu erklären.“

Kein Mittel gegen das Coronavirus

Die Familienberaterin empfiehlt, Kindern zu erläutern, dass Keime und Viren immer da sind und manche davon krank machen können. Dagegen könne sich der Körper wehren, manchmal tue er dies mit einer Erkältung. Allerdings kenne unser Körper das neuen Virus noch nicht, und es gebe auch noch kein Mittel dagegen. Deshalb müsse jeder alles dafür tun, damit sich das Virus nicht so schnell verbreite. Dann hätten die Forscher mehr Zeit, ein Mittel gegen das Virus zu finden, und es gebe genug Platz in den Krankenhäusern, um die schwer Erkrankten gut behandeln zu können.

„Wir Erwachsenen haben den Vorteil, dass wir Angst schon öfter erlebt haben und mit unseren Gedanken steuern können. Fast jeder von uns hat schon etwas Schwieriges überstanden und Bewältigungsstrategien erlernt. Für Kinder ist Angst eine sehr direkte und körperliche Erfahrung“, informiert die Therapeutin.

Kinder sollten Internet für Infos meiden

Doch was, wenn man selber als Erwachsener Angst hat? „Holen Sie sich selber Hilfe, um wieder stabil zu werden. Wie im Flugzeug mit den Sauerstoffmasken gelte: Erst sich selbst versorgen, dann kann man sich auch um andere kümmern. Auch für Erwachsene gelte, „es geht uns besser, wenn wir gut und seriös informiert sind, aber nur so viel zum Thema gucken, dass wir handlungsfähig bleiben“. Angst sei mindestens so ansteckend wie ein Virus.

Kinder sollten auf keinen Fall frei im Internet nach Infos suchen. „Das Netz ist voll von Falschmeldungen, die noch mehr Angst schüren können. Sie als Eltern sind der beste Filter für ihre Kinder.“.

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