Pressekonferenzen mit Abstand und Mundschutz
Viel weniger Luft als sonst

Münster -

Nicht alle Pressekonferenzen werden mittlerweile per Video gemacht. Es gibt auch noch welche im Hörsaal. Geschützt mit Maske und mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand. Unsere Autorin berichtet, wie sich das angefühlt hat.

Donnerstag, 26.03.2020, 18:44 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 19:50 Uhr
Mundschutz, Händedesinfektion, Abstand: Journalisten nehmen nach wie vor an Pressekonferenzen teil, um fundierte, belastbare Informationen liefern zu können.
Mundschutz, Händedesinfektion, Abstand: Journalisten nehmen nach wie vor an Pressekonferenzen teil, um fundierte, belastbare Informationen liefern zu können. Foto: Oliver Werner

„Desinfizieren Sie bitte erst Ihre Hände“, sagt der nette Mann am Empfang des Gebäudes D 5 auf dem Universitätsklinik-Gelände, Domagkstraße 5. Gelassenheit strahlt er aus. Bemerkenswert und sehr angenehm in diesen Zeiten. Dann bittet er die Autorin dieser Zeilen, einen Mundschutz aus einer Kiste zu nehmen. So etwas trägt sie zum ersten Mal in ihrem Leben. Der Hörsaal, in dem die Pressekonferenz stattfindet, befinde sich im zweiten Stock.

Der Gang die Treppe rauf ist überraschend beschwerlich. Viel weniger Luft als ohne Maske scheint in die Lunge zu gelangen. Die Brille beschlägt dauernd. Das Bedürfnis, den Atemschutz wieder abzunehmen, ist groß.

Absolut ungewohnte Bedingungen

Ja, die Redakteure dieser Zeitung nehmen noch an Pressekonferenzen teil – geschützt mit Maske, mit Sicherheitsabstand zu den Kollegen und zu denen, die über Neues berichten wollen. Menschen, die entscheiden und Verantwortung tragen, zu befragen, ihre Entscheidungen mitunter zu hinterfragen, das ist Aufgabe von Journalisten. Immer. Jetzt, in der unfassbaren Krise, mehr denn je.

Das droht bei Verstößen gegen die Corona-Verordnungen

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  • Bei Zusammenkünften von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, die nicht direkt verwandt sind, werden 200 Euro von jedem Beteiligten fällig.

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  • Der Verzehr von Außer-Haus-Speisen näher als 50 Meter am Restaurant oder Imbiss kostet 200 Euro.

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  • Verstöße gegen das Besuchsverbot in Krankenhäusern und Altenheimen kosten 200 Euro.

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  • Wer die Hygiene-Vorkehrungen bei einer Beerdigung nicht einhält oder den Mindestabstand von 1,5 Meter bricht, zahlt 200 Euro.

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  • Verbotenes Picknicken oder Grillen kostet 250 Euro pro Teilnehmer.

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  • Wer trotz Verbots Sportveranstaltungen organisiert, zahlt 1000 Euro.

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  • Wer ein Restaurant weiterhin betreibt, muss 4000 Euro zahlen.

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  • Für das Betreiben einer Bar, Diskothek oder eines Fitnessstudios werden 5000 Euro fällig.

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  • Öffentliche Ansammlungen von mehr als zehn Menschen werden als Straftat angesehen und mit Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet.

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  • Für die Teilnahme an einer nicht gestatteten Veranstaltung werden 400 Euro verhängt.

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Nach circa 15 Minuten fällt das Atmen auf einmal sehr viel leichter. Die Brille beschlägt auch nicht mehr. Der Atmen muss sich automatisch an die neuen, die absolut ungewohnten Bedingungen angepasst haben.

Auch Prof. Dr. Hugo Van Aken, Oberbürgermeister Markus Lewe und der Privatdozent Dr. Christian Juhra tragen Masken. Im Videoraum genauso wie später im Hörsaal, in den sie kommen.

Abstand und Handhygiene

Jeder muss lauter sprechen, durch die Maske wird alles undeutlich. Die Abstände zueinander sind der Kommunikation auch nicht förderlich. Und wohl jeder muss sich immer wieder selbst disziplinieren. Ja, die Atemschutzmaske gibt ein angenehmes Gefühl von Sicherheit, das einem das Virus nichts anhaben könne. Doch das ist falsch.

„Auf keinen Fall sollte das Tragen eines Mundschutzes oder einer anderen Form der Barriere dazu führen, dass Abstandsregeln nicht mehr eingehalten oder die Händehygiene nicht mehr umgesetzt wird“, heißt es auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts. Abstand und Handhygiene seien die wirksamsten Verhaltensmaßnahmen, um eine Ansteckung zu verhindern.

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