Gesundheitsminister und Ärztlicher Direktor geben Lagebericht
41 Corona-Patienten werden in fünf Krankenhäusern behandelt

Zwölf Coronavirus-Patienten in Münster werden aktuell auf Intensivstationen behandelt, sieben von ihnen werden beatmet. Die Kapazitäten in den münsterischen Krankenhäusern reichen aus – zumindest im Moment.

Montag, 30.03.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 10:00 Uhr
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (l.) und Hugo Van Akten in der Pressekonferenz am Montagmorgen.
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (l.) und Hugo Van Akten in der Pressekonferenz am Montagmorgen. Foto: Oliver Werner

41 Menschen werden zurzeit – Stand Montagmorgen – in einem Krankenhaus in Münster behandelt, weil sie durch das Coronavirus erkrankt sind. 29 Patienten liegen auf einer Normal-, zwölf auf einer Intensivstation. „Von den zwölf Patienten werden sieben beatmet.“ Das sagte am Montag Prof. Dr. Hugo Van Aken, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums, in einer Pressekonferenz, an der auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann teilnahm. Fünf der 41 Patienten werden derzeit im Clemenshospital behandelt, zwei in der Raphaelsklinik, 17 im St.-Franziskus-Hospital, sechs im Herz-Jesu-Krankenhaus und elf in der Uniklinik.

In Münster, erläuterte Van Aken weiter, seien von den 85 OP-Sälen 34 in Betrieb, im UKM von 40 Sälen 28. Notwendige Operationen etwa bei Tumoren würden selbstverständlich durchgeführt, stellte er unmissverständlich fest. Ansonsten würden Kapazitäten frei gehalten, um Corona-Patienten aufnehmen zu können. Zurzeit gebe es 1157 freie Betten in den Krankenhäusern in Münster; auf den Intensivstationen ständen derzeit 53 freie Betten zur Verfügung.

Kapazitäten sind nicht endlich

„Die Kapazitäten sind bei uns größer als in den Niederlanden oder Italien“, sagte Karl-Josef Laumann, „auf der anderen Seite sind sie aber auch endlich“, machte er deutlich, wie wichtig es ist, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Positiv auf das Virus getestet sind am UKM sechs Ärzte, 19 Pflegekräfte und elf andere Mitarbeiter. Diese Zahlen nannte der Ärztliche Direktor auf Nachfrage dieser Zeitung bereits am Freitag. Alle seien zu Hause, keiner werde stationär behandelt.

Wir haben schon seit Januar auf die Pandemie reagiert und Vorräte für mehrere Monate angelegt.

Prof. Dr. Hugo Van Aken

Das UKM, auch das sagte Van Akten am Freitag, verfüge über ausreichend Schutzkleidung. „Wir haben schon seit Januar auf die Pandemie reagiert und Vorräte für mehrere Monate angelegt. Nun, da wir am UKM die Maßnahme ergriffen haben, dass alle verpflichtend Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, haben wir eine Firma damit beauftragt, textile und wiederaufbereitbare Masken, die bei 90 Grad Celsius gewaschen werden können, zu produzieren.“ Solche Masken habe man früher bei Operationen getragen und in den vergangenen Jahren aus Kostengründen durch Einweg-Masken ersetzt. Textile Masken seien aber in keinem Fall schlechter als Einweg-Masken.

Teilnehmer der Pressekonferenz am Montag war auch Josef Rieckesmann, Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe. Eindringlich beschrieb er die Situation der Zahnärzte, die sehr gefährdet seien und nicht über ausreichend Schutzkleidung verfügten. Laumann erläuterte, dass er eine Firma aufgetan habe, die Schutzkleidung herstellen könne. Er betonte, dass „die ganze Erde“ danach frage. Van Akten hatte bereits zuvor erläutert, dass es am UKM einen abgeschirmten Bereich gebe, in dem positiv Getestete oder Verdachtsfälle zahnmedizinisch behandelt werden können.

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