Gewerkschaft NGG zu Mitarbeitern in Münsters Lebensmittelindustrie
2400 Menschen arbeiten unter Volllast

Münster -

Überstunden und Extra-Schichten sind für Supermarkt-Mitarbeiter in der aktuellen Corona-Krise an der Tagesordnung. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert, nicht nur volle Regale, sondern auch den Arbeitsschutz ernst zu nehmen.

Donnerstag, 02.04.2020, 22:00 Uhr
Regale auffüllen ist in diesen Tagen deutlich häufiger notwendig.
Regale auffüllen ist in diesen Tagen deutlich häufiger notwendig. Foto: Sven Hoppe/dpa

Sie sorgen für Nachschub im Supermarkt: Die rund 2400 Menschen, die in der münsterischen Lebensmittelindustrie arbeiten, leisten in der Coronavirus-Pandemie einen entscheidenden Beitrag dafür, dass Essen und Trinken nicht knapp werden. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin. „Überstunden und Extra-Schichten sind in der Lebensmittelindustrie schon seit Wochen an der Tagesordnung. Die Menschen arbeiten am Limit, damit Aldi , Lidl, Rewe, Edeka und Co. die Ware nicht ausgeht“, sagt Helge Adolphs von der NGG-Region Münsterland. Die Politik habe dies erkannt und die Lebensmittelbranche für „systemrelevant“ erklärt.

Bei den Beschäftigten allerdings tauchen gerade jetzt viele Fragen auf, so die Gewerkschaft. „Klar ist, dass die Versorgung mit Lebensmitteln an der Industrie, aber auch am Bäcker- und Fleischerhandwerk nicht scheitert. Wenn Nudelregale einmal leer oder Tiefkühlpizzen ausverkauft sind, dann liegt das vor allem an übertriebenen Hamsterkäufen und an Problemen in der Logistik“, macht Adolphs deutlich.

Scharfe Kritik an Supermarktketten

Scharfe Kritik übt er an den Vorgaben von Supermarktketten. Die Konzerne forderten von den Herstellern auf der einen Seite, in der Krise noch schneller und noch mehr zu produzieren. Zugleich wolle man die Preise drücken. „Das geht letztlich auf Kosten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ohnehin unter Volllast arbeiten“, so Adolphs.

Da es, wie auch die Politik bestätigt, in der Lebensmittelindustrie derzeit keinerlei Versorgungsengpässe gibt, warnt die NGG vor geplanten einschneidenden Eingriffen in das Arbeitszeitgesetz. Auch der richtige Arbeitsschutz sei „extrem ernst“ zu nehmen.

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