Landwirte unterstützen bei der Suche nach Brutplätzen
Jedes Kiebitz-Gelege zählt

Münster -

Während der laufenden Arbeiten auf den Feldern wurden von den Landwirten erste Kiebitze gesichtet. „Die Zahl der Kiebitze ist in Münster trotz der bisherigen Bemühungen noch überschaubar“, sagt Susanne Schulze Bockeloh. Die Landwirte handeln.

Sonntag, 05.04.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 17:06 Uhr
Für den Kiebitz beginnt nun die Suche nach geeigneten Brutplätzen. Bodenbrüter sind sie.
Für den Kiebitz beginnt nun die Suche nach geeigneten Brutplätzen. Bodenbrüter sind sie. Foto: WLV

Die münsterischen Landwirte haben ein großes Augenmerk auf die heimische Tierwelt und unterstützen sie durch verschiedene Maßnahmen – etwa durch das Anlegen von Lerchenfenstern oder Blühstreifen, das Aufstellen von Insekten- und Fledermaushotels oder durch Nisthilfen für Rauchschwalben. Dies betont der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV).

„Wir Landwirte machen uns für die Vielfalt der Arten vor Ort stark, weil sie Grundlage unserer Landwirtschaft ist“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. Ein besonderer Fokus liege aktuell auf diesem heimischen Feldvogel: Während der nun laufenden Arbeiten auf den Feldern wurden von den Landwirten erste Kiebitze gesichtet.

Nachdem die Kiebitze im März aus ihren Überwinterungsgebieten in West- und Südeuropa zurück ins Münsterland gekehrt sind, beginnt für die Vögel die Suche nach geeigneten Brutplätzen. „Die Zahl der Kiebitze ist in Münster trotz der bisherigen Bemühungen noch überschaubar. Hier müssen und wollen wir weitere Anstrengungen übernehmen, um dem Feldvogel auf unseren Ackerflächen eine Heimat zu bieten“, unterstreicht Susanne Schulze Bockeloh das Anliegen der Landwirte.

Anders als die meisten Vögel bauen Kiebitze ihre Nester auf dem Boden. Besonders beliebte Nistplätze sind dabei Ackerflächen. Attraktiv sind für die Vögel Flächen, die möglichst frei von Pflanzen und Bewuchs sind. „Durch geeignete Schutzmaßnahmen – Nestmarkierung und Umfahren oder Umsetzen von Nestern – können wir auf unseren Ackerplätzen wertvolle Brutplätze zur Verfügung stellen. Die Naturschutzstation des Naturschutzbundes (Nabu) ist hier gern behilflich, wenn Landwirte Unterstützung brauchen“, unterstreicht Susanne Schulze Bockeloh weiter.

Kiebitze sind übrigens standorttreu. Zum Brüten kehren sie gerne dorthin zurück, wo sie selbst geboren wurden. Durch die genannten Maßnahmen schützen die Landwirte nicht einfach nur einen Vogel, sondern auch einen echten Münsteraner, berichtet der WLV weiter.

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