Schutz der Mitarbeiter
Clemenshospital entwickelt Corona-Schutz-Kasten

Münster -

Um die Mitarbeiter während der Corona-Pandemie besser zu schützen, haben Fachkräfte des Clemenshospitals einen speziellen Corona-Schutz-Kasten entwickelt. So soll sich die Ansteckungsgefahr für Ärzte und Pflegepersonal deutlich reduzieren.

Dienstag, 07.04.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 16:17 Uhr
Anästhesie-
Anästhesie- Foto: Oliver Werner

Ärzte und Pflegekräfte sind während der aktuellen Corona-Pandemie einem erhöhten Risiko ausgesetzt, selbst an dem Virus zu erkranken. Besonders hoch ist das Risiko, wenn Patienten mittels eines Kunststoffschlauchs – des sogenannten Tubus – oder mittels einer Maske künstlich beatmet werden müssen, erläutert Oliver Milbradt , Oberarzt der Anästhesie am Clemenshospital in Münster: „Beim Aufsetzen der Maske und beim Einsetzen des Tubus werden Viren in die Umgebungsluft freigesetzt“. In China und Italien ist es mutmaßlich dadurch zu Erkrankungen und Todesfällen unter Krankenhausmitarbeitern gekommen.

Da erscheint die Idee, die nun innerhalb weniger Tage von Oliver Milbradt und Friedrich Fernholz , dem pflegerischen Leiter der Anästhesie, entwickelt wurde, fast schon zu simpel zu sein, um erfolgreich zu funktionieren.

Kasten aus Plexiglas

Über die zu beatmenden Patienten wird ein Plexiglas-Kasten gesetzt, die Luft im Kasten wird abgepumpt und gefiltert. „Durch angebrachte Einmalhandschuhe (rot im Bild) kann man wie in einem Babybrutkasten komplett frei agieren und den Patienten intubieren“, berichtet Fernholz.

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Dabei ist die Idee, die eigenen Mitarbeiter durch einen Kasten vor Virusinfektionen zu schützen, nicht neu. In Ländern wie Südkorea sind ähnliche Kästen weit verbreitet. Neu hingegen ist die Idee, die Luft im Inneren des Kastens abzusaugen und zu reinigen. „Das habe ich noch von keinem Krankenhaus gehört und in keiner Arbeit gelesen“, so Milbradt.

Andere Krankenhäuser dürfen sich gerne melden. In Münster tauschen wir uns eh untereinander aus.

Friedrich Fernholz

Die endgültige Idee sei dem Krankenhaus-Team erst am vergangenen Samstag gekommen. In Kooperation mit dem Kunststoffunternehmen Dutec aus Ahaus wurden dann die ersten zwei Kästen angefertigt und sollen von nun an eingesetzt. Dabei steht einer Serienproduktion von rund 100 Kästen pro Woche laut Unternehmensangaben nichts im Weg. Das bestätigt auch Friedrich Fernholz: „Andere Krankenhäuser dürfen sich gerne melden. In Münster tauschen wir uns eh untereinander aus.“

Zudem sind die Kästen nicht nur für die aktuelle Corona-Zeit gedacht: „Der neue Kasten kann auch bei Influenza- oder Lungentuberkulose-Patienten eingesetzt werden“, berichtet Oberarzt Milbradt.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

    Foto: Alissa Eckert (dpa)
  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

    Foto: dpa
  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

    Foto: dpa
  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa
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