Länderspiel in Münster fällt wegen Corona aus
Kapitänin der DFB-Frauen will Zoobesuch nachholen

Münster -

Eigentlich sollte die Fußballnationalmannschaft der Frauen am 11. April im Preußenstadion auflaufen. Doch das Coronavirus verhindert das - genauso wie den Besuch einiger Spielerinnen im Allwetterzoo. Darüber ist vor allem Kapitänin Alexandra Popp traurig.

Mittwoch, 08.04.2020, 13:40 Uhr
Länderspiel in Münster fällt wegen Corona aus: Kapitänin der DFB-Frauen will Zoobesuch nachholen
Alexandra Popp wie man sie kennt - und wie man sie eher selten sieht: links beim Algarve-Cup und rechts als Tierpflegerin. Foto: Allwetterzoo Münster

Die Frauen-Nationalmannschaft hätte am 11. April (Samstag) im Stadion von Preußen Münster ihr erstes Heimländerspiel 2020 gegen Irland bestreitet. Hätte – denn der Anpfiff wird nicht wie geplant um 16 Uhr erfolgen. Damit wird bis auf weiteres auch der Besuch des DFB im Allwetterzoo Münster ausfallen. 

Vor allem Alexandra Popp hatte sich auf den Besuch im Allwetterzoo gefreut. Denn: „Nach meinem Fach Abi habe ich zunächst nicht gewusst, was ich machen soll. Doch bereits nach wenigen Tagen in meinem Praktikum im Duisburger Zoo war es um mich geschehen“, berichtet die aktuelle Kapitänin der DFB-Frauen Nationalmannschaft in einer Mitteilung des Allwetterzoos. „Ich durfte beim Medical Training der Gorillas mitmachen. Als ich bei einer Übung dem Silberrücken ganz nah kommen durfte, war es um mich geschehen und ich wusste, was meine Berufung ist: Zootierpflegerin.“

Faible für Pferde

Alexandra Popp hatte schon immer eine intensive Beziehung zu Tieren. So hatte sie schon früh ein Faible für Pferde und fing als Kind schon mit dem Reiten an. Zudem waren in ihrem Elternhaus Hunde und Katzen. So kam es, dass sie bei ihrem damaligen Verein FCR 2001 Duisburg, dessen Sponsor unter anderem auch der Duisburger Zoo war, die Idee zu einem Praktikum als Zootierpflegerin bekommen hatte.

Mit ihrem Gang zum VfL Wolfsburg im Jahr 2012, bei dem sie bis heute im Kader des Erstligisten steht, begann sie dann auch ihre Ausbildung im Tierpark Essehof. „Es war eine sehr schöne, wenn auch anstrengende Zeit. Ohne die Unterstützung und das Verständnis meines damaligen Chefs sowie durch meinen Verein hätte ich beides wohl auch nicht so erfolgreich betreiben können“, gibt sie rückblickend ein Lob an ihre Vorgesetzten. „Vor allem mein Chef im Zoo wusste wohl nicht so recht, was da auf ihn zukommt.“

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Alexandra Popp hat schon immer ein Faible für Tiere. Foto: Allwetterzoo Münster

Ich bereue nichts, habe ich doch was gelernt, was mich erfüllt.

Alexandra Popp

Beginn einer Fußball-Profikarriere und eine Ausbildung. Das hieß für die Anfang 20-Jähirge, morgens Training, ab 10 Uhr in den Ausbildungsbetrieb und abends wieder auf den Fußballplatz. Hatte sie im Tierpark frei, stand mehr Training auf dem Plan. War kein Training und auch kein Spiel angesetzt, holte sie ihre Arbeitsstunden nach. „So ganz ohne regenerative Phasen – das ging ganz schön auf den Körper, der dann auch immer wieder Tribut und unfreiwillige Pause einforderte. Auch das Privatleben litt unter der Doppelbelastung. Aber ich bereue nichts, habe ich doch was gelernt, was mich erfüllt.“

Im Rahmen ihrer fußballerischen Profikarriere ist Alexandra Popp viel rumgekommen. Dabei besucht sie laut der Mitteilung so oft wie möglich die zoologischen Einrichtungen auf ihren sportlichen Reisen. „Ich bin gerne im Zoo. Zudem gehe ich ja auch mit ganz anderen Augen durch eine solche Anlage. Und wenn mich wer aus der Mannschaft begleitet, versuche ich immer meine Freude für dieses Thema mit meinen Mitspielerinnen und dem Rest des Teams zu teilen.“

Zoobesuch in Münster wird nachgeholt

Ihre Begeisterung geht dabei sogar soweit, dass sie sich vorstellen kann, nach ihrer aktiven Zeit als Spielerin zurück in ihren Ausbildungsberuf zu gehen. „Es ist noch zu früh dazu was Konkretes zu sagen, möchte ich doch noch viele Jahre aktiv Fußballspielen. Aber ja, der Job hat mich auf einer emotionalen Ebene richtig mitgenommen. Das ist auf jeden Fall eine Option für mich.“

Ob, wann und wo das EM-Qualifikationsspiel nachgeholt wird, steht derzeit noch nicht fest. Kommt die DFB-Auswahl aber nach Münster, ist der Besuch von Alexandra Popp, gemeinsam mit ein paar Mitspielerinnen, im Allwetterzoo aber auf jeden Fall gesetzt. Sie kommt dann aber nicht nur der Tiere wegen. Sie will eine alte Mitstreiterin wiedertreffen. „Seit diesem Jahr arbeitet eine alte Bekannte im Allwetterzoo, mit der ich damals meine Gesellenprüfung abgelegt habe.“

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