Coronavirus fordert zwei weitere Tote
Krisenstabs-Leiter spricht von "scharfer Warnung"

Münster -

In Münster sind zwei weitere Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Zahl der Erkrankten ist am Mittwoch weiter gesunken.

Mittwoch, 08.04.2020, 15:53 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 18:21 Uhr
Coronavirus fordert zwei weitere Tote: Krisenstabs-Leiter spricht von "scharfer Warnung"
21 Coronavirus-Patienten werden in Münster auf Intensivstationen behandelt (Symbolbild). Foto: dpa

Es war ein trauriger Dienstag: Im Zuge der Corona-Krise hat die Stadt Münster zwei weitere Todesfälle zu beklagen. In diesem Zusammenhang spricht Krisenstab-Leiter Wolfgang Heuer von einer "scharfen Warnung". Innerhalb weniger Stunden seien ein 49-jähriger Münsteraner mit Vorerkrankung und ein 62-jähriger Münsteraner ohne Vorerkrankung aufgrund der Corona-Infektion verstorben.

"Diese traurige Nachricht aus der Intensivstation eines hiesigen Krankenhauses führt uns allen vor Augen, wie gefährlich das Coronavirus ist", stellt Münsters Ordnungsdezernent fest. Auch jüngere Menschen seien gefährdet, auch ohne Vorerkrankung könne der Infektionsverlauf tödlich enden.

Appell für das Wochenende

Heuer appelliert deshalb eindringlich an die Münsteraner, trotz Sonnenschein und bevorstehender Feiertage, die Abstands- und Kontaktverbot-Regeln zu befolgen. "Besuchen Sie den Wochenmarkt, wenn überhaupt, nur alleine und nicht zu zweit – ist es zu voll dort, verlassen Sie bitte den Platz", rät der Leiter des Krisenstabs. "Verhalten Sie sich auch in den Supermärkten so, dass der Abstand und damit der Infektionsschutz funktioniert."

Heuer erinnert daran, dass mit "bewusstem Handeln" die besonders gefährdeten Gruppen wie ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen oder geschwächten Immunsystemen geschützt werden soll.

Zahl der Erkrankten sinkt erneut

Unterdessen ist am Dienstag die Zahl der nach offizieller Statistik aktuell noch mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Münster erneut gesunken ist. "Das ist das erfreuliche Zwischenergebnis der Abstandsregel, aber auch des unermüdlichen Einsatzes Vieler in Krankenhäusern, in der Pflege und anderenorts", folgert Heuer.

Die Zahl aller seit Ende Februar gemeldeten Corona-Fälle ist im Stadtgebiet auf 598 gestiegen. Davon sind 386 Patienten wieder gesundet. Insgesamt sechs mit dem Coronavirus infizierte Patienten sind verstorben. Damit gelten aktuell 206 Personen im Stadtgebiet als infiziert. Am Vortrag galten 224 Menschen als infiziert.

21 Patienten auf Intensivstationen

Die Krankenhäuser behandeln zur Zeit 36 Corona-Patienten, davon 21 auf Intensivstationen. Aktuell müssen 16 Corona-Patienten beatmet werden. Am 8. April um 15 Uhr waren auf den Intensivstationen der Stadt 83 Betten frei. Am Vortrag hatte die Stadt noch 109 freie Betten auf Intensivstationen gemeldet.

Auch am Dienstag nahm der kommunale Ordnungsdienst in Münster Kontrollen vor: Bei insgesamt 180 Kontrollen wurden 66 Verstöße gegen die Anti-Corona-Vorgaben festgestellt.  

 

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

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  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

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  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

    Foto: dpa
  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa

 

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