Protest gegen Situation von Geflüchteten
Mahnwache wegen zu vieler Teilnehmer abgebrochen

Münster -

Trotz der Corona-Pandemie hat die Stadt Münster die zweite Mahnwache innerhalb weniger Tage erlaubt. Wegen zu vieler Teilnehmer musste sie allerdings frühzeitig abgebrochen werden.

Mittwoch, 08.04.2020, 18:50 Uhr
Protest gegen Situation von Geflüchteten: Mahnwache wegen zu vieler Teilnehmer abgebrochen
Die Protestler forderten mehr Schutz für Flüchtlinge. Foto: Joel Hunold

Viele Städte verbieten Demonstrationen mit Verweis auf das Infektionsschutzgesetz. Münster probiert einen weniger restriktiven Weg zu gehen und hat bereits die zweite Mahnwache innerhalb einer Woche erlaubt – unter strengen Auflagen. Neben einer Maskenpflicht und Sicherheitsabstand gehörte dazu ein Maximum von zwölf Protestlern, die sich am Mittwoch vor dem Stadthaus 2 versammeln durften.

Ziel der Mahnwache: auf die Situation von Geflüchteten in den Auffanglagern in Griechenland aufmerksam zu machen – auch mit Blick auf fehlende Hygienemöglichkeiten und Ansteckungsrisiken. „Es gibt in den Lagern in Griechenland, aber auch in vielen deutschen Flüchtlingsheimen keinen Notfallplan, falls das Coronavirus dort ausbricht“, erzählt Initiator Benedikt Kern vom Bündnis gegen Abschiebungen Münster.

Knapp 80 Aktivisten am Ludgeriplatz

Viel Zeit, um Fragen zu beantworten, hat Kern allerdings nicht. Immer wieder weist ihn das Ordnungsamt auf eine Überschreitung der Maximalanzahl an Personen hin. „Es ist uns wichtig, dass die Versammlungsfreiheit trotz Corona nicht eingeschränkt wird“, so Kern.

Wenig später musste er die Mahnwache allerdings früher beenden als geplant. Rund um den Ludgerikreisel hatten sich knapp 80 weitere Aktivisten versammelt, die im Rotationsverfahren die zwölf vor dem Stadthaus ablösen wollten, selbst aber teils in großen Gruppen warteten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7362957?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker