Zupackend und mit trockenem Humor
Josefa Uphoff feiert 100. Geburtstag

Münster -

Josefa Uphoff wurde am Karfreitag vor 100 Jahren in Hembergen geboren. Ihre Kindheit war nicht einfach: Schon mit 15 Jahren musste sie ihre fünf Geschwister versorgen und den Haushalt übernehmen.

Freitag, 10.04.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 10.04.2020, 11:06 Uhr
Josefa Uphoff
Josefa Uphoff Foto: privat

Als sie fast 18 war, kam sie in der Gartenstraße bei einem Gaststättenhaushalt „in Stellung“. In dieser Zeit lernte sie den Goldschmied Josef Uphoff kennen und lieben. Beide heirateten im Herbst 1942 und blieben bis zu seinem Tod nach 52 Ehejahren zusammen. „Er war die Liebe meines Lebens“, meint die tiefgläubige Josefa rückblickend.

"Mutter Josefa"

Das erste Kind, ein Junge, wurde 1950 geboren, es folgten die zwei Töchter und dann – inzwischen im Eigenheim in Coerde – ihr viertes Kind. „Nie Huus, nie Kind“, wie sie auf Platt kommentiert.

Überhaupt kommt für sie die Familie an erster Stelle. Dabei ist sie mächtig stolz auf ihre Kinder. Mittlerweile hat sie zwölf Enkel und acht Urenkel. Bei den Freunden ihrer Kinder war der trockene westfälische Humor von „Mutter Josefa“ nicht unbekannt, wusste sie diese doch durch markige Sprüche mehrfach zu erheitern: „Ussen was gistrn wier so bollerig, ik gleiw, de häv en uphat!“.

Nach dem Tod ihres Mannes hat sie selbst resolut angepackt, wenn ihr die Kinder nicht schnell genug zur Hilfe kamen. So hat sie kurzerhand mit 77 Jahren den Graben für den Kabelanschluss ihres Hauses selbst ausgehoben.

101. Geburtstag im Blick

Josefa Uphoff lebte mit Unterstützung insbesondere ihrer beiden Töchter weitgehend selbstständig, bis dies nach einem Sturz nicht mehr möglich war. Seit Ende 2016 wohnt sie im Papst Johannes Paul-Stift in Coerde. Ihr Zimmer im dritten Stock, natürlich mit einer vollen Blumenbank vor dem Fenster, bietet ihr einen guten Blick auf den nahen Wald. Sie nimmt regen Anteil an allen im Stift angebotenen Aktivitäten und liest für ihr Alter noch erstaunlich viel, gerne plattdeutsche Bücher, aber auch die Zeitung – nur nicht den Sportteil, denn der hat sie noch nie interessiert.

Dass „Oma Sefa“ auch 101 Jahre werden kann, traut man ihr zu. Noch vor wenigen Jahren hat sie, als einer ihrer Enkel sie an Heiligabend häufiger fotografierte und dieser auf die Bitte „Jung, loot dat doch siien!“ einwandte, dass man ja nicht wisse, ob im nächsten Jahr noch Fotos von ihr möglich wären, gesagt: „Wie, gift dann kinne Apparate mehr“?

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