Absagen wegen Coronavirus
Münster-Sommer ohne Feste

Münster -

Die Vorgaben der Bundesregierung zu erlaubten Veranstaltungen in der Corona-Krise sind noch nicht konkretisiert worden. In Münster machen sich die Veranstalter großer Feste aber keine Illusionen mehr, dass die Termine noch zu halten sind.

Donnerstag, 16.04.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 16.04.2020, 19:52 Uhr
Das Stadtfest mit seinen Konzerten auf dem Domplatz muss wohl ausfallen,
Das Stadtfest mit seinen Konzerten auf dem Domplatz muss wohl ausfallen, Foto: Münster mittendrin

Ein paar Wochen schwankte Ana Voogd zwischen Bangen und Hoffen. Seit Mittwochabend ist der Geschäftsführerin von „ Münster mittendrin “, der Veranstaltergemeinschaft für das Stadtfest Münster klar: Die sechste Auflage des Stadtfestes der Marke „Münster mittendrin“ wird es – zumindest am vorgesehenen Termin vom 14. bis 16. August nicht geben.

Denn, auch wenn noch nicht feststeht, ab welcher Personenzahl eine „Großveranstaltung“ beginnt, das Stadtfest mit zuletzt mehr als 100.000 Besuchern dürfte dieses Kriterium erfüllen. Am Donnerstagmittag war Ana Voogd, wie sie sagt, „noch in Schockstarre“ – die sieben Gesellschafter von „Münster mittendrin“ müssen sich nun erst abstimmen und unzählige Details klären.

Verschiebung des Stadtfestes unklar

Da ist zunächst die Frage, ob eine Verschiebung der riesigen Open-Air-Sause überhaupt in Frage kommt. Die Terminkalender vieler gebuchten Künstler für die Konzerte, ganz sicher prominenter wie Roland Kaiser oder Felix Jaehn, seien erfahrungsgemäß voll, sagt Ana Voogd. Selbst, wenn ein Stadtfest aufgrund der Corona-Krise im September prinzipiell möglich sein sollte, das Programm wäre wohl ein anderes.

Das sieht auch Mitgesellschafter Bernd Redeker ähnlich. Hinzu käme: Auch viele der Unternehmen, die als Sponsoren des Stadtfestes auftreten, geraten durch die Krise in Schieflage, ergänzt Redeker. Zahlreiche Verträge wurden im Vorfeld geschlossen – Konzerte auf dem Domplatz waren schon ausverkauft.

Wir sind als Gastronomen, deren Betriebe geschlossen bleiben, ja noch zusätzlich betroffen.

Ana Voogd

Über die mögliche Rückerstattung, wie über andere finanzielle und organisatorische Folgen müsse die Veranstaltergemeinschaft nun erst einen überblick gewinnen. „Wir sind als Gastronomen, deren Betriebe geschlossen bleiben, ja noch zusätzlich betroffen", ergänzt Ana Voogd. Sie selbst steht als Veranstalterin auch hinter dem ebenfalls ausfallenden Festival „Münster olé“ 11. Juli.

Veranstaltungen

Das bis Ende August keine Großveranstaltungen möglich sein werden, stehen nun viele Publikumsmagnete zur Disposition. Die größten sind neben dem Stadtfest das Hafenfest, das Kreuzviertelfest oder das Hammer Straßenfest. Betroffen sind aber auch das Gourmet-Festival Münster verwöhnt oder das Hansemahl. 

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Streichliste noch nicht ganz klar

Was nun konkret auf der Streichliste steht – das kann Fritz Schmücker, stellvertretender Leiter von Münster-Marketings, am Tag nach den neuen Beschlüssen der Bundesregierung noch nicht sagen. Auf dem Veranstaltungskalender der Stadt stehen im Frühjahr und Sommer Dutzende von Großveranstaltungen, darunter auch der Send, der damit ein zweites Mal von der Corona-Krise betroffen wäre.

Offiziell gab die Stadt am Donnerstag noch keine Details bekannt, was aus den neuen Vorgaben konkret abzuleiten ist. „Die Beratungen über die Umsetzungen laufen auf Hochtouren", so Stadtsprecher Thomas Reisener. Erste Ergebnisse erwarte der Krisenstab nach einer Sitzung, die am heutigen Freitag stattfinden wird.

Die wichtigsten Beschlüsse zu den Corona-Lockerungen

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  • Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf erste vorsichtige Lockerungen in der Coronavirus-Krise verständigt. Viele Lebensbereiche bleiben dennoch stark eingeschränkt. Ein Überblick:

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  • Großveranstaltungen sind bis zum 31. August grundsätzlich untersagt. Betroffen sind Fußballspiele mit Zuschauern, größere Konzerte, Schützenfeste und Kirmes-Veranstaltungen. Ob Fußball-Partien ohne Publikum möglich sind, ist noch offen.

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  • Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern können ab kommendem Montag (20.4.) unter Auflagen wieder öffnen. Unabhängig von der Größe ihres Geschäfts dürfen dann auch Buch-, Auto- und Fahrradhändler wieder Kunden begrüßen.

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  • Friseure sollen unter Auflagen - etwa zur Hygiene und zur Vermeidung von Warteschlangen - ab dem 4. Mai ihre Betriebe wieder öffnen.

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  • Der allgemeine Schulbetrieb soll am 4. Mai wieder aufgenommen werden, beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen, und den obersten Grundschulklassen. Anstehende Prüfungen der Abschlussklassen dieses Schuljahres können aber auch vorher schon stattfinden.

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  • Es gibt keine Maskenpflicht aber die „dringende Empfehlung“, sogenannte Alltagsmasken im Nahverkehr und Beim Einkauf zu tragen.

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  • Die Kontaktbeschränkungen bleiben vorerst bis zum 3. Mai in Kraft. Auch auf private Reisen sollen Bürger weiter verzichten.

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  • Gastronomiebetriebe bleiben vorerst weiter geschlossen. Ausgenommen ist die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause. Auch Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen sowie Theater, Opern und Konzerthäuser haben noch geschlossen.

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  • Das Versammlungsverbot in Gotteshäusern bleibt in Kraft. In Kirchen, Moscheen und Synagogen sollen vorerst keine religiösen Feierlichkeiten und Veranstaltungen stattfinden. Es gibt aber offenbar noch Diskussionsbedarf, daher solle es noch Gespräche geben.

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