Zwei Recyclinghöfe öffnen wieder
Mehr Müll in der Corona-Zeit

Münster-Coerde -

Wochenlang waren die Recyclinghölfe der Stadt geschlossen – nun öffnen die beiden größten wieder. Aber nur für jene Nutzer, die zuvor einen Termin vereinbart haben.

Sonntag, 19.04.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 20.04.2020, 07:23 Uhr
Auf dem Recyclinghof in Coerde konnten Münsteraner am Samstag ausnahmsweise Grünabfälle ohne Terminabsprache entsorgen. Der Massenansturm blieb aber aus.
Auf dem Recyclinghof in Coerde konnten Münsteraner am Samstag ausnahmsweise Grünabfälle ohne Terminabsprache entsorgen. Der Massenansturm blieb aber aus. Foto: kv

Die ersten waren schon um 7.20 Uhr da, erzählen die beiden Männer an der Absperrung an der Straße Zum Heidehof. Geöffnet wurde die Annahme für Grünabfälle auf dem Recyclinghof der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) in Coerde erst um 9.30 Uhr am Samstagmorgen. Die Frühaufsteher mit den Überresten ihrer intensiven Gartenarbeit waren dennoch nicht Vorboten eines Massenansturms.

Ohne Terminvergabe

Weil aber viele Besucher erwartet wurden, hatten die AWM ausnahmsweise den Hof in Coerde für einen Tag und ohne Terminvergabe geöffnet, erläutert Manuela Feldkamp , die Sprecherin der AWM. An diesem Samstagvormittag sitzt AWM-Chef Patrick Hasenkamp sehr entspannt im Verwaltungsgebäude in Coerde, vor ihm Ausdrucke von Diagrammen, die möglicherweise erklären, warum die Autoschlangen vor dem AWM-Gelände ziemlich überschaubar sind.

„Seitdem wir die Recyclinghöfe am 19. März geschlossen haben, haben wir zu den entsprechenden Terminen etwa die sechsfache Menge an Grünabfällen abgeholt wie durchschnittlich“, sagt Hasenkamp. Pro Abfuhrtermin kamen im Schnitt rund 120 Tonnen zusammen. Die Münsteraner, nun mit viel Zeit zu Hause, mögen ihre Gärten in vielen Extra-Schichten in Form gebracht haben, die angefallenen Grünabfälle verpackten die meisten in Säcke und stellten sie an die Straße.

Auch sonst hatten die rund 300 im operativen Abfuhr-Geschäft tätigen Müllwerker der AWM seit den Corona-Beschränkungen deutlich mehr zu tun. Auch für die Mengen von Biomüll und Restabfall steigen die Kurven von Hasenkamps Diagrammen steil nach oben. Der Müll, den die Menschen hinterlassen, erzählt vom Leben in der Corona-Zeit: „Es wird viel mehr zu Hause gekocht als sonst“, lautet die einleuchtende Erklärung.

Mehr Online-Handel

Und: Die Menschen bestellen mehr Waren im Online-Handel. Die auffällig vielen Karton-Reste in den Papiertonnen legen davon Zeugnis ab. Mit der Entrümpelung der Keller scheinen die Münsteraner noch nicht ganz fertig zu sein – die Menge des eingesammelten Sperrguts ist noch nicht nennenswert angewachsen.

Wer nicht auf die Müllabfuhr in seinem Bezirk warten und größere Mengen an Abfall entsorgen möchte, kann dies ab dem heutigen Montag auch an den beiden großen Recylinghöfen in Coerde und an der Eulerstraße erledigen. Allerdings nur nach Terminvereinbarung. Schon 700 Münsteraner haben seit Bekanntgabe des Verfahrens am vergangenen Mittwoch um einen Termin gebeten, sagt Manuela Feldkamp, 450 Anfragen wurden bisher abgearbeitet. Jeder dem ein Termin zugewiesen wurde, bekommt 15 Minuten Zeit für die Entsorgung.

Nur mit Termin zum Recyclinghof

Geöffnet werden für Nutzer mit Termin nur die beiden großen Recyclinghöfe der AWM, die Annahmestellen in den Stadtteilen bleiben geschlossen. Hier würde die Öffnung zu Staus führen, außerdem könne an den Containern das Abstandsgebot nicht eingehalten werden, erläutert AWM-Chef Patrick Hasenkamp. An der Eulerstraße und in Coerde wurde deshalb die Zahl der Container auf dem Gelände reduziert. Problemabfälle wie Akkus, Farbenreste oder andere Chemikalien können derzeit nicht entsorgt werden, weil dafür ein direkter Kontakt mit Mitarbeitern unumgänglich wäre. Die Nutzer mit Termin werden über die Identifikation ihres Autokennzeichens oder des Personalausweises eingelassen. Terminanfragen nehmen die AWM per Mail entgegen: Sondererlaubnis@awm-ms.de  

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