Coronavirus in Münster
Warum die Maskenpflicht erst ab Montag gilt

Münster -

Im Kampf gegen das Coronavirus ist die Stadt Münster einen weiteren Schritt gegangen: Ab Montag (27. April) gilt die Maskenpflicht. Doch wieso nicht schon ab sofort?

Dienstag, 21.04.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 18:41 Uhr
Coronavirus in Münster: Warum die Maskenpflicht erst ab Montag gilt
Die Maskenpflicht gilt in Münster ab dem 27. April. Foto: dpa (symbolbild)

Nach Bundesländern wie Sachsen oder Bayern war es zu Beginn der Woche auch in Münster so weit: Die Maskenpflicht wurde beschlossen. Als erste Großstadt in Nordrhein-Westfalen hat die Stadt Münster diese Pflicht eingeführt. Sie tritt am kommendem Montag (27. April) in Kraft.

Doch warum wird die Maskenpflicht nicht "ab sofort" eingeführt? Gerade am Samstag könnte es in der Innenstadt ja bereits wieder voller werden. Wolfgang Heuer , Leiter des städtischen Krisenstabs erklärt auf Nachfrage: "Der Krisenstab der Stadt Münster hat für die Einführung der Maskenpflicht sieben Tage Vorlauf gewählt, damit die Menschen sich auf die Einhaltung der Verpflichtung einstellen können."

Genügend Zeit zur Vorbereitung

Den Münsteranern soll so genügend Zeit gegeben werden, sich auf die neue Situation einzustellen und Masken zu kaufen oder zu nähen. Heuer erläutert: "In einer Zeit, in der sich ständig Anforderungen ändern, ist eine Maßnahme mit einem zeitlichen Spielraum im Vorfeld durchaus angezeigt."

Die wichtigsten Infos zur Maskenpflicht in NRW

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  • Die Stadt Münster hatte als erste Großstadt in Nordrhein-Westfalen bekanntgegeben, eine Maskenpflicht einzuführen - später zog das Land nach. Ab dem 27. April gilt dies. Doch wo werden die Masken überall zur Pflicht? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

    Foto: dpa
  • Wann muss ich die Maske tragen?

    Immer dann, wenn eine Dienstleistung in Anspruch genommen oder erbracht wird und der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann, müssen Nase und Mund bedeckt werden.

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  • Wo muss ich die Maske tragen?

    Die Maskenpflicht gilt im öffentlichen Personennahverkehr, an Haltestellen, in Bahnhöfen und im Taxi, beim Einkauf im Einzelhandel und bei der Erbringung und Einholung von Dienstleistungen. Also auch in Apotheken, Arztpraxen, Tankstellen und auf Wochenmärkten sowie bei der Abholung von Speisen und Getränken. Für Beschäftigte kann eine Plexiglas-Abtrennung die Maskenpflicht ersetzen.

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  • Wer muss eine Maske tragen?

    "Betroffen von der Verpflichtung sind alle Personen ab Vollendung des fünften Lebensjahres", heißt es in einer Mitteilung der Stadt Münster. 

    Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können, sind von der Pflicht befreit“, stellt NRW-Gesundheitsminister Laumann klar.

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  • Welche Art von Maske muss ich tragen?

    Ja, aber es sollte eigentlich nur für eine Übergangszeit sein. „Wenn man bis Montag keine Maske besorgt hat, darf man auch einen Schal oder ein Tuch tragen“, sagt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabs in Münster, bittet sogar darum, zertifizierte Masken Krankenhäusern, Arztpraxen, der Pflege oder dem Rettungsdienst vorzubehalten. Grundsätzlich gilt es, Mund und Nase zu verdecken. 

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  • Was passiert, wenn ich keine Maske trage?

    Wer keine Maske trägt, darf aus Geschäften oder Bussen verwiesen werden. Das Land hat bewusst keine feste Summe für mögliche Bußgelder festgelegt, sondern überlässt deren Höhe den Ordnungsämtern der Kommunen. Das Bußgeld soll auch nicht sofort angeordnet werden, sondern erst, wenn sich Betroffene nach einem entsprechenden Hinweis weigern, Masken aufzusetzen.

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  • Welche Regelung gibt es für Schulen?

    Eine landesweite Pflicht gilt hier nicht. Die Entscheidung treffen die jeweiligen Schul-Leitungen. Dabei spielt der gebotene Mindestabstand eine wichtige Rolle. Besonders an die Schülerinnen und Schüler, die zur Prüfungsvorbereitung in die Schulen zurückkehren, richtet sich die Bitte des Krisenstabs in Münster, schon ab sofort in Bus und Bahn eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. 

    Foto: Stadtwerke Münster
  • Wie kann ich mir eine Maske selbst nähen?

    Die Stadt Münster hat auf ihrer  Homepage  eine Nähanleitung in gleich mehreren Sprachen veröffentlicht. Zudem gibt es auch Videos im Netz, in denen das Nähen erläutert wird.

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  • Hat die Maskenpflicht einen Einfluss auf das Abstandsgebot?Nein, dieses gilt weiter in vollem Umfang. „Es wäre gefährlich, wenn die Maske ein zu großes Gefühl der Sicherheit geben würde“, sagt NRW-Gesundheitsminister Laumann: „Das Abstandsgebot ist aber viel wichtiger.“

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  • Dürfen die Masken auch beim Autofahren getragen werden?Laut ADAC Nordrhein grundsätzlich ja. Allerdings müsse das Gesicht deutlich erkennbar sein, sonst droht ein Bußgeld von 60 Euro. In Taxis muss der Fahrgast eine Maske tragen. In Fahrschulen sowohl der Lehrer als auch der Schüler. Es darf zudem kein weiterer Schüler auf der Rückbank mitfahren. Dort darf nur ein Prüfer im Fall der Prüfung sitzen - natürlich mit Maske.

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  • Können Restaurants und Kneipen bald wieder öffnen?Ziemlich sicher nicht. „Dieses Thema sehe ich derzeit nicht“, sagt Laumann: „Dazu gehört mehr als die Frage nach einer Maskenpflicht.“ 

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  • Erleichtert die Maskenpflicht Besuche im Alten- oder Pflegeheim?Noch nicht sofort. Ein Gutachten soll aber Wege aufzeigen. Dafür müssen aber auch Einzelfall-Fragen geklärt werden. Zum Beispiel, ob Besucher direkt zu ihren Angehörigen gelangen können, ohne durch das gesamte Heim zu gehen.

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  • Tragen die Fußballprofis Masken auf dem Platz?Nein, sagt DFB-Chefmediziner Tim Meyer. „Wenn Spieler mit Masken spielen würden, das fände aus meiner Sicht keine Akzeptanz“, sagte Meyer, der die medizinische Task Force zur Fortsetzung der Bundesliga leitet, der Deutschen Presse-Agentur. Das Bundesarbeitsministerium prüft nach „Spiegel“-Informationen aber die Möglichkeit, Profis bei einem Neustart der Bundesliga mit Gesichtsmasken spielen zu lassen.

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Zudem müssen sich laut Heuer nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Geschäfte, Unternehmen im ÖPNV und auch die Stadtverwaltung als Dienstleister auf die Umsetzung der neuen Regel vorbereiten.

Schon jetzt: "Dringende Bitte"

Doch was ist in den kommenden Tagen, wenn geöffnete Geschäfte und frühlingshafte Temperaturen vielleicht doch den ein oder anderen in die Innenstadt locken? "Für die Innenstadt wie auch beispielsweise den Wochenmarkt gelten ja verschiedene Infektionsschutzmaßnahmen", betont Wolfgang Heuer.

Und: "Die wichtigste ist und bleibt das Abstandhalten, 1,50 Meter Minimum schützen sehr gut vor Infektion." Hinzu komme die "dringende Bitte", die ab Montag zur Pflicht wird, in bestimmten Konstellationen, zum Beispiel im Laden, Mund und Nase zu bedecken.

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