AStA kritisiert das Krisenmanagement
„Soforthilfen sind ein schlechter Witz“

Münster -

Die Soforthilfen, die den Studierenden in Not angeboten würden, reichen und vorne und hinten nicht. Dieser Meinung sind die Vertreter des Studierendenausschusses (AStA) der Universität Münster. Sie fordern von der Bundesregierung beispielsweise das BAföG für alle Studierenden zu öffnen.

Montag, 04.05.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 09:15 Uhr
Studierende haben es in Corona-Zeiten besonders schwer, weil ihnen beinahe alle Verdienstmöglichkeiten abhanden gekommen sind. Die Hilfsmaßnahmen der Politik hält der AStA der Universität Münster allerdings für verfehlt.
Studierende haben es in Corona-Zeiten besonders schwer, weil ihnen beinahe alle Verdienstmöglichkeiten abhanden gekommen sind. Die Hilfsmaßnahmen der Politik hält der AStA der Universität Münster allerdings für verfehlt. Foto: dpa/Robert Günther

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Münster kritisiert das Krisenmanagement von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU). In einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen hatte Karliczek angekündigt, dass Studierende ab dem 8. Mai zinslose Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen könnten. Zudem sollen 100 Millionen Euro für Soforthilfen an die Studierendenwerke gehen. „Ich frage mich in welcher Welt die Bildungsministerin lebt, in der solche Hilfen auch nur an der Oberfläche der Realität kratzen, der Studierende derzeit gegenüberstehen“, so AStA-Referentin Sophie Kiko, AStA Referentin für Soziales, Wohnraum und Partizipation. Die 650 Euro, die es nun von der KfW geben soll, deckten kaum die nötigen Ausgaben zum Leben. Bei monatlichen Kosten von durchschnittlich 353 Euro für Miete, 168 Euro für Lebensmittel und 94 Euro für Fortbewegung (Zahlen des DSW) bleibe kaum noch Geld für unerwartete Ausgaben.

Studienabbruch wegen Finanzsorgen

Hinzu kommt laut AStA, dass viele Studierende ihr Studium eher abbrechen werden, als sich in der jetzigen Situation zu verschulden. „Die sogenannten Soforthilfen sind ein schlechter Witz“, so Liam Demmke (AStA-Vorsitz). „Es kann niemandem vermittelt werden, dass es der Regierung innerhalb von zwei Wochen möglich ist, 50 Milliarden an Hilfsmitteln zu mobilisieren, aber Studierende werden nach über zwei Monaten mit Darlehen abgespeist.“

Seit nunmehr zwei Monaten versuchen die Studierendenvertretungen vor Ort mit allen Mitteln, die durch die Corona-Pandemie entstandenen finanziellen Notlagen abzufedern. So versucht der AStA, durch Beitragsrückerstattungen, zinslose Darlehen und einen spendenbasierten Notfonds Studierenden in Not zu helfen. Denn Studierende qualifizieren sich im Regelfall weder für Kurzarbeitergeld noch Hartz IV. „Daher fordern wir die Ministerin auf, endlich das BAföG für alle Studierenden zu öffnen“, sagte Sophie Kiko.

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