Natur als Ausflugsziel
Landwirte bitten um Rücksichtnahme

Münster -

Die Münsteraner treibt es angesichts von Corona-Krise und schönem Wetter in die Natur. Die Landwirte bitten die Erholungsuchenden allerdings um mehr Rücksicht – um freilebende Tiere und die landwirtschaftlichen Anbauflächen zu schützen.

Dienstag, 05.05.2020, 10:00 Uhr
Nach einem Picknick ließen Unbekannte ihren Müll an Ort und Stelle liegen. Aufgenommen wurde dieses Foto auf der Feldfläche des Hofes von Hendrik Diekmann in Gievenbeck aufgenommen.
Nach einem Picknick ließen Unbekannte ihren Müll an Ort und Stelle liegen. Aufgenommen wurde dieses Foto auf der Feldfläche des Hofes von Hendrik Diekmann in Gievenbeck aufgenommen. Foto: Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband

Viele Münsteraner nutzen besonders die Frühjahrs- und Sommermonate in der freien Natur. Die von den Landwirtsfamilien gestalteten Kulturlandschaften mit stadtnahen Grünflächen bieten dafür ideale Ausflugsziele und sind inmitten der Corona-Krise umso mehr gefragt.

„Wir Landwirtsfamilien können das Verlangen, die Natur zu genießen und hier Erholung zu suchen, sehr gut nachvollziehen – nach den Wochen der Ausgangsbeschränkungen umso mehr“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. Oftmals beruhe es auf Unwissenheit, wenn das Picknick oder der Spaziergang mit Hund mitten in den Feldern stattfinde, auf denen Nahrungs- und Futtermittel angebaut werden und Wildtieren ein Zuhause geboten wird, heißt es in einer Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes .

Auf Feldwegen bleiben

„Wir möchten dafür sensibilisieren, landwirtschaftliche Flächen mit Bedacht zu betreten, denn hier wachsen in diesen Tagen wertvolle Lebensmittel sowie Futtermittel für unsere Tiere heran. Mit Gras und Getreide füttern wir unsere Tiere. Gelangt Hundekot ins Futter, so birgt dies beispielsweise ein großes Gesundheitsrisiko für unsere Rinder, die mit Grassilage gefüttert werden. Grillen und Picknicken im Feld zerstört die Saat des Getreides und der Kulturen, die wir im Herbst ernten wollen“, fügt Susanne Schulze Bockeloh hinzu.

Die Landwirtin aus St. Mauritz empfiehlt, auf Feldwegen zu bleiben und bei Unsicherheit gerne auch den nächsten Landwirt – mit dem gebotenen Abstand – anzusprechen.

Bei Freizeitaktivitäten bitten wir die Münsteraner, Rücksicht auf unsere Felder und die Belange der Tiere zu nehmen.

Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann bewirtschaftet einen Milchviehbetrieb in Gievenbeck. Auf seinen Wiesen und Feldern hat er in den vergangenen Tagen unter anderem Feuerstellen und Müllreste finden müssen. „Erholungssuchende sollten nicht in die Felder hereinlaufen und zugunsten der Umwelt den Müll anschließend einsammeln“, bittet Hendrik Dieckmann um Verständnis.

„In diesen Wochen tummeln sich Junghasen auf den Äckern, Vogeleltern kümmern sich um ihre Gelege, und ab Mai starten die Rehkitze ihre erste Erkundungstour durch Wald und Feld. Die Wildtiere gilt es unbedingt zu schützen. Es besteht die Gefahr, dass Bodenbrüter wie Rebhühner, Fasane oder Kiebitze aufgescheucht werden, wenn beispielsweise Hunde über die Äcker laufen. Bei Freizeitaktivitäten bitten wir die Münsteraner daher, Rücksicht auf unsere Felder und die Belange der Tiere zu nehmen, die jetzt brüten oder ihre Jungen aufziehen“, so Hendrik Dieckmann.

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