Fragen auch zu Corona
10.000 Münsteraner sind Probanden bei Gesundheitsstudie

Münster -

10.000 Münsteraner haben im Rahmen der Gesundheitsstudie NAKO Fragen beantwortet. Jetzt gibt es weitere Fragen, denn die Forscher möchten auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie einarbeiten.

Dienstag, 05.05.2020, 20:00 Uhr
Zentrums-Leiterin Nicole Legath und Institutsdirektor Prof. Klaus Berger haben es selbst ausprobiert: Das Ausfüllen des Covid-19-Fragebogens dauert nur wenige Minuten.
Zentrums-Leiterin Nicole Legath und Institutsdirektor Prof. Klaus Berger haben es selbst ausprobiert: Das Ausfüllen des Covid-19-Fragebogens dauert nur wenige Minuten. Foto: UKM/Fotozentrale/Wibberg

Jeder dreißigste Einwohner Münsters hat daran teilgenommen: Die Stadt Münster ist Teil der größten Gesundheitsstudie, die je in Deutschland stattgefunden hat: der NAKO. Die erste Phase – die Untersuchung von 200.000 Deutschen, 10.000 davon aus Münster – wurde letztes Jahr erfolgreich abgeschlossen, derzeit läuft die zweite Phase, heißt es in einer Pressemitteilung. Sie besteht aus Auswertungen sowie aus Wiederholungsuntersuchungen vormaliger NAKO-Teilnehmer.

Corona konnten die Initiatoren nicht auf dem Radar haben, als sie die Studie konzipiert haben. Aber jetzt wurde die Lungenkrankheit Covid-19 umgehend in das Langfristprojekt eingebaut – denn dieses biete einzigartige Möglichkeiten, das „Vorher“ und „Nachher“ zu vergleichen, heißt es weiter.

Erkenntnisse über Verbreitung und Verlauf

Für die Teilnehmenden aus Münster heißt das: Das örtliche NAKO-Team bittet erneut um ihre Unterstützung – durch das Ausfüllen eines Fragebogens. Die aktuelle Befragung soll Erkenntnisse über die Verbreitung, den Verlauf und die Folgen der pandemischen Krankheit in Deutschland liefern. Die Einladungen werden – teils per Mail, teils per Post – seit Ende letzter Woche verschickt.

Nationale Kohorte

Die NAKO-Gesundheitsstudie ist ein Forschungsnetzwerk aus 27 Mitgliedern und einer etablierten Forschungsinfrastruktur, das insbesondere aus 18 auf ganz Deutschland verteilten Studienzentren besteht. Neben Münster gibt es in Nordrhein-Westfalen mit Essen und Düsseldorf zwei weitere Standorte von Studienzentren.

...

„Die NAKO ist die einzige deutschlandweite Kohortenstudie, in der aktuelle Daten zur Gesundheit in der Bevölkerung in Deutschland unmittelbar vor und zu Beginn der Pandemie vorliegen“, sagt Prof. Annette Peters, Direktorin des Helmholtz-Instituts für Epidemiologie in München und NAKO-Vorstandsvorsitzende. Damit biete die NAKO „eine ideale Ausgangsbasis, um die Auswirkungen der Pandemie auf die Gesundheit der Bevölkerung zu untersuchen“.

Gravierende Folgen für die Gesundheit

Die Fachleute erwarten in Folge der Coronavirus-Pandemie und der Shutdown-Maßnahmen eine Reihe von gravierenden Folgen für die Gesundheit. Daher besteht der Erhebungsbogen zur Hälfte aus infektionsepidemiologischen Fragen zum Gesundheitszustand, zum Infektionsstatus, zu Verhaltensänderungen aufgrund der Pandemie sowie zu den Sozialkontakten während dieser Zeit.

Weitere Fragen erfassen die psychosozialen Auswirkungen der Situation, etwa mögliche Veränderungen des Erwerbsstatus, des Lebensstils und des Soziallebens sowie mögliche psychische Veränderungen. Die Fragen können in Bezug zu jenen gesetzt werden, die ohnehin zur NAKO gehören. Entwickelt wurde der Corona-Fragebogen von den NAKO-Experten unter der Leitung von Prof. Klaus Berger von der Universität Münster.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7396829?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker