Seelsorge im Franziskus-Hospital
Lächeln mit den Augen

Münster -

Patienten im Krankenhaus brauchen oftmals ein offenes Ohrt, jemanden der zuhört – oder auch einfach etwas Nähe. Das ist in Corona-Zeiten allerdings nicht immer ganz einfach. Für die Krankenhausseelsorger geht es um Selbst- und Fremdschutz.

Donnerstag, 07.05.2020, 10:00 Uhr
Schwester Patricia, Prof. Dr. Ulrich Lüke, Elisabeth Frenke, Dr. Theo van Gelder und Schwester Verona (v. l.) hoffen, dass sie als Team der Krankenhausseelsorge im Franziskus-Hospital bald wieder – wie auf diesem Archivfoto – physisch zusammenkommen können.
Schwester Patricia, Prof. Dr. Ulrich Lüke, Elisabeth Frenke, Dr. Theo van Gelder und Schwester Verona (v. l.) hoffen, dass sie als Team der Krankenhausseelsorge im Franziskus-Hospital bald wieder – wie auf diesem Archivfoto – physisch zusammenkommen können. Foto: Franziskus-Hospital

Ein offenes Ohr, jemand, der zuhört, der da ist: In Corona-Zeiten ist das zu einem hohen Gut geworden. Besonderen Gesprächsbedarf haben Menschen, die im Krankenhaus liegen und aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus keinen Besuch empfangen dürfen.

 „Die Patientinnen und Patienten sind für unsere Begleitung sensibilisiert und wissen den Kontakt zu uns zu schätzen“, stellt Schwester Verona Eichmanns aus dem Team der Krankenhausseelsorge am St.-Franziskus-Hospital in Münster immer wieder fest. Doch die Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung machen es auch ihr und den anderen Teammitgliedern im Haus nicht immer leicht: „Wo Patienten Nähe bräuchten, da muss im Moment auch die Seelsorge notwendigerweise für Selbstschutz und Fremdschutz auf Distanz gehen“, erklärt Kollege Dr. Theo van Gelder.

Telefonischer Kontakt

Schwester Verona, Theo van Gelder sowie Krankenhauspfarrer Prof. Dr. Ulrich Lüke besuchen die Patienten weiter – seit der Corona-Krise allerdings nur auf Nachfrage, wie es in einer Pressemitteilung des Franziskus-Hospitals heißt. „Aber wenn wir gefragt werden, sind wir da“, betont Schwester Verona. Die Franziskanerin betreut eine der Isolierstationen für Corona-Patienten. Zu Hochzeiten wurden bis zu 25 an Covid-19 erkrankte Patienten im St.-Franziskus-Hospital behandelt.

Aufgrund der hohen Infektionsgefahr verzichtet Schwester Verona dort auf Besuche und hält stattdessen telefonisch Kontakt. „Viele Corona-Patienten leiden an Atemproblemen und können nicht lange sprechen“, berichtet sie. Die meisten nähmen Kontakt auf, wenn es ihnen besser geht. „Die lange Isolierung und die körperlichen Strapazen erleben viele als zermürbend, gleichzeitig sind sie dankbar, eine so schwere Krankheit überlebt zu haben“, weiß sie aus vielen Telefonaten.

Zusammenhalt wird enger

Was Seelsorge im Kern ausmacht, das bekommt Theo van Gelder in dieser Zeit immer wieder von den Patienten zurückgespiegelt. „Es ist das schlichte Dasein. Mit dem Herzen hören und antworten“, sagt er. „Wir müssen jetzt mit den Augen lächeln“, fügt Schwester Verona auf den Mund-Nasen-Schutz bezogen hinzu. Van Gelder ist es wichtig, auch das medizinische Personal im Blick zu haben. „Die Ärzte und Pflegenden befinden sich in einem Ausnahmezustand und es tut ihnen gut, zu wissen, dass wir da sind und sie sich melden können.“

Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden – angefangen von der Direktion bis hin zu den Pflegestationen – sei enger geworden, sind sich die Seelsorger einig. „Das Gemeinschaftsgefühl als Hospital für die Kranken da zu sein, hat sich verstärkt. Wir ziehen an allen Positionen an einem Strang“, so Schwester Verona.

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