39-Jähriger raubt Wettbüros aus
Zwei Überfälle in drei Tagen

Münster -

Weil er sich von dem System der Wettbüros betrogen fühlte und zudem unter Drogeneinfluss stand, hat ein 39-Jähriger im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben zwei Filiale überfallen. Jetzt hat der Prozess vor dem Landgericht begonnen.

Mittwoch, 06.05.2020, 18:00 Uhr
39-Jähriger raubt Wettbüros aus: Zwei Überfälle in drei Tagen
Foto: dpa (Symbolbild)

Eine Mischung aus Wut, Verzweiflung und Rausch haben einen 39-Jährigen nach eigenen Angaben dazu gebracht, innerhalb von drei Tagen zwei Sportwettbüros in Münster zu überfallen. Der Münsteraner muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht verantworten.

Unter anderem, weil er im Oktober 2019 eine X-Tip und eine Tipico-Filiale mit einer Schreckschusspistole ausgeraubt hat. Darüber hinaus werden ihm noch ein Diebstahl – ebenfalls bei X-Tip – und mehrere Körperverletzungsdelikte vorgeworfen.

Vollständiges Geständnis

Der Verteidiger des 39-Jährigen gab eine Erklärung ab, wonach der Angeklagte alle Taten gestehe. Wie der Angeklagte selbst schilderte, sei er seit Jahren spiel- und drogensüchtig. Eine Kombination, die nach seiner Aussage letztlich auch zu den Taten geführt habe. Er gestand, im September 2019 1400 Euro aus der Kasse des X-Tip-Wettbüros gestohlen zu haben.

Nur wenige Wochen später überfiel er dann maskiert und mit einer ungeladenen Schreckschusspistole „bewaffnet“ am 6. Oktober die Tipico-Filiale und zwei Tage später X-Tip. Er sei in beiden Läden „Stammkunde“ gewesen, so der Angeklagte. Wie sein Verteidiger eingangs schilderte, habe er den ganzen Tag damit verbracht, Wetten zu platzieren und sei oft auch nachts deshalb wach geblieben. Deshalb habe er regelmäßig Drogen konsumiert, erklärte der 39-Jährige.

Kurz vor Ladenschluss kam jemand rein, komplett maskiert und mit einer Pistole in der Hand.

X-Tip-Mitarbeiter

Kurz vor dem ersten Überfall habe er sich sehr über das Wettbüro geärgert. „Wenn man ein paar Spiele richtig hat, kann man sich normalerweise Geld auszahlen lassen, das heißt ‚cash out‘. Das ging an den Computern aber oft aber nicht“, sagte er. Er habe er sich quasi seine nicht ausgezahlten Gewinne zurückholen wollen. Hinzu gekommen sei schließlich Frust über ein verhängtes Hausverbot, sodass er schließlich unter Drogen- und Alkoholeinfluss den Entschluss gefasst habe, den Laden zu überfallen.

„Kurz vor Ladenschluss kam jemand rein, komplett maskiert und mit einer Pistole in der Hand“, erinnerte sich ein 22-jähriger X-Tip-Mitarbeiter. Er habe zusammen mit seinem Kollegen das Geld aus der Kasse in einen Beutel gepackt. Laut Anklage soll der 39-Jährige bei beiden Überfällen etwa 1000 Euro erbeutet haben.

Der Angeklagte entschuldigte sich bei beiden Zeugen – dem X-Tip- und dem Tipico-Mitarbeiter: „Es tut mir wirklich leid. Das hat nichts mit euch zu tun.“

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