Gemeinsame Erklärung
Rektor und Oberbürgermeister halten an Plänen für Musik-Campus fest

Münster -

Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen - und sie wird wohl ein großes finanzielles Loch in den städtischen Haushalt reißen. Dennoch halten Uni-Rektor Johannes Wessels und Oberbürgermeister Markus Lewe an ihren Plänen für den Musik-Campus fest.

Donnerstag, 07.05.2020, 11:20 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 16:58 Uhr
Gemeinsame Erklärung: Rektor und Oberbürgermeister halten an Plänen für Musik-Campus fest
Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels (l.) und Oberbürgermeister Markus Lewe halten an den Plänen für den Musik-Campus fest. Foto: WWU Münster

Der Rektor der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), Prof. Dr. Johannes Wessels , und der Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe , haben bekräftigt, dass sie trotz der aktuellen Corona-Pandemie ihre Pläne für einen Musik-Campus weiterverfolgen. „Wir sind uns darin einig, dass sowohl die Stadt als auch die Universität derzeit alles dafür tun sollten, die Folgen und Herausforderungen der Pandemie in den Griff zu bekommen – das steht eindeutig im Vordergrund“, unterstreicht Johannes Wessels.

Die WWU sei aber auch gut beraten, wieder Themen in den Blick zu nehmen, die für die Zukunftsentwicklung der Universität wichtig seien – dazu zähle der Musik-Campus. Ende des Monats wird sich der Lenkungskreis von Stadt und Universität erneut treffen, um die Sachlage und weitere Schritte beim Musik-Campus zu besprechen.

Musik-Campus als "prägendes Projekt"

Auch Oberbürgermeister Lewe will an dem Vorhaben festhalten und verweist auf die im Januar unterzeichnete Kooperationsvereinbarung. „Die Corona-Pandemie bindet viele städtische Ressourcen. Die anstehende Kommunalwahl und die Neukonstituierung relevanter Gremien werden richtungsweisende Beschlüsse vermutlich bis in das kommende Jahr hinein aufschieben. Das betrifft auch den Musik-Campus“, betont Markus Lewe.

Der Musik-Campus sei als prägendes Projekt kaum mehr aus der Stadt wegzudenken und müsse als Kern eines neuen Kulturquartiers und als Sprungbrett zwischen Altstadt und dem wachsenden Westen definiert werden, so Lewe.

Standortfrage weiter offen

Die Standortfrage ist offen. Favorisiert ist das Gelände des ehemaligen WWU-Institutes für Pharmazie an der Hittorfstraße/Einsteinstraße.
Ob die Stadt ihren millionenschweren Beitrag finanzieren kann, muss die Politik entscheiden. In dieser Woche wurde bekannt, dass der städtische Haushalt wegen der Wirkungen der Corona-Pandemie vor erheblichen Belastungen steht. Das im laufenden Haushalt eingeplante Defizit von gut 40 Millionen Euro könnte auf 140 Millionen Euro steigen.

Der OB-Kandidat der SPD, Dr. Michael Jung, sagt: „Es reicht nicht nur, an Projekten festzuhalten. Man muss auch sagen, wie man sie finanzieren will.“ Es sei bereits vor Corona verwegen gewesen, Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe ohne jeden Finanzplan zu beschließen. Aber angesichts von 100 Millionen Euro großen Haushaltslöchern sei es unverantwortlich, so Jung.

Es reicht nicht nur, an Projekten festzuhalten. Man muss auch sagen, wie man sie finanzieren will.

Dr. Michael Jung, OB-Kandidat der SPD

Im September 2016 hatten Lewe und die WWU-Spitze eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ausgangspunkt ist die akute Raumnot in der Musikhochschule der WWU, in Folge dessen die Universität der Stadt das Angebot unterbreitete, einen Musik-Campus für die Musikhochschule, die städtische Musikschule und das Sinfonieorchester zu schaffen.

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