Wissenschaftsministerin erkundet Online-Hochschulbetrieb
Das Semester bleibt digital

Münster -

Die Hörsäle bleiben leer, die Lehre läuft digital: NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen erkundete am Donnerstag den Betrieb an der Uni Münster. Ihre „erste Ausfahrt seit sechs Wochen“, wie sie sagte.

Donnerstag, 07.05.2020, 20:00 Uhr
NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen informierte sich am Donnerstag an der WWU über den Betrieb im Online-Semester bei (v.l.) Prof. Frank Müller, Dekan der Medizinischen Fakultät, WWU-Rektor Prof. Johannes Wessels und dem Ärztlichen Direktor des UKM, Prof. Hugo Van Aken (r.)
NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen informierte sich am Donnerstag an der WWU über den Betrieb im Online-Semester bei (v.l.) Prof. Frank Müller, Dekan der Medizinischen Fakultät, WWU-Rektor Prof. Johannes Wessels und dem Ärztlichen Direktor des UKM, Prof. Hugo Van Aken (r.) Foto: Matthias Ahlke

Auch wenn die Landesregierung mit ihren aktuellen Beschlüssen zu den Lockerungen in der Corona-Krise andere Perspektiven ermöglicht: Die Universität Münster will im Sommersemester an ihrer Strategie der überwiegend digitalen Lehre festhalten. Das war am Donnerstagnachmittag eine der zentralen Aussagen des Austausches der Universitätsleitung mit Wissenschaftsmintserin Isabel Pfeiffer-Poensgen . Letzterer fand hingegen keineswegs auf digitaler Ebene statt. Die „erste Ausfahrt seit sechs Wochen“ führte die Ministerin, wie sagte, an die Uni Münster – um sich hier direkt über den Hochschulbetrieb im Online-Semester zu informieren.

„Ein wunderbares Wunder“

Das Fazit: „Es ist ein wunderbares Wunder, wie gut die Universität läuft“, spendete die Ministerin höchstes Lob im PAN-Zentrum (Pathologie, Anatomie, Neuropathologie) wo das Gespräch mit Rektor Prof. Johannes Wessels , dem Ärztlichen Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Hugo Van Aken, dem Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Frank Müller sowie Studierenden in einem großen Saal, ohne Mundschutz aber mit viel Abstand arrangiert worden war.

Ein Grund, warum Pfeiffer-Poensgens erste Dienstfahrt an die WWU führte, war auch „das beeindruckende Engagement von Medizinstudierendenden“, von denen sich 1800 zur freiwilligen Hilfe in der Corona-Krise gemeldet hatten“, so die Ministerin. Die Kompetenz der Wissenschaft, besonders der Medizin am UKM, sei „ein Strohhalm“ gewesen, die Notlage zu meistern.

Täglich 27 000 Aufrufe

„Sehr beeindruckt“ ist die Ministerin auch von der Praxis der digitalen Lehre im Online-Semester, die zeige, „dass die Universität hier auch schon vorher gut vorbereitet gewesen sei.

Der Rektor mochte da nicht widersprechen, lobte neue Kommunikationsformen, die die der Austausch auf der digitalen Plattform erst ermögliche, jedoch, so Wessels: „Die Praxis ist durch nichts zu ersetzen.“ Es gebe täglich 27 000 Aufrufe digitaler Lehrveranstaltungen. „Das zeigt uns, dass unsere Studierenden auch wirklich studieren“, betonte Wessels. Die WWU wird aber im Sommersemester „nicht mehr die Pferde wechseln“, hatte Pfeiffer-Poensgen schon zuvor erklärt. Wessels bekräftigte dies: „Wir haben Studierende, die in der Corona-Krise ihre Wohnungen hier aufgegeben haben, für sie darf die Strategie jetzt nicht konterkariert werden.“

Technische Verbesserungen

Zum Einwand einer Studentin, die digitale Plattform sei bei zunehmend intensiven Zugriff „einsturzgefährdet“, stellte Wessels technische Verbesserungen in Aussicht.

Mehr Präsenzveranstaltungen soll es allerdings noch in diesem Semester vor allem in der Zahnmedizin und in der Sportwissenschaft sowie in den Naturwissenschaften bei Laborpraktika geben.

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