WN-Wissensimpulse
Empathie als Lebensader

Münster -

Auch die WN-Wissensimpulse finden in Corona-Zeiten digital statt. Begeisterung kam bei dem Vortrag von Sabine Hübner zum Thema Empathie trotzdem auf.

Mittwoch, 13.05.2020, 08:30 Uhr
Sabine Hübner ist seit 20 Jahren im Bereich der Servicekultur tätig. Bei den WN-Wissensimpulsen hat sie ihre Erfahrungen mit den Zuschauern im Livestream geteilt.
Sabine Hübner ist seit 20 Jahren im Bereich der Servicekultur tätig. Bei den WN-Wissensimpulsen hat sie ihre Erfahrungen mit den Zuschauern im Livestream geteilt. Foto: Westfälische Nachrichten

Die international gefragte Vordenkerin und Beraterin für Servicekultur, Sabine Hübner , sprach am Montag bei den WN-Wissensimpulsen über den Unterschied, eine Einstellung zu haben oder eine Haltung und wie viel Gewicht dabei die Empathie hat. Sie plädierte für Haltung, denn erst diese lasse uns als empathisch denkende und handelnde Menschen Begegnungsqualität erzeugen.

Sie durchleuchtete, wie wir einander begegnen, wie sehr wir zur Empathie fähig sind und welche Konsequenzen daraus entstehen. Je digitaler die Welt werde, um so höher werde der Anspruch an die Qualität der persönlichen Begegnung. Jeder Kontaktpunkt sei ein Moment der Wahrheit, sagte Hübner. Und die Erwartung der Menschen sei dabei, dass dieser maximal persönlich und maximal empathisch sei.

Empathie hilft beiden Seiten

Empathie sei etwas, was beiden Seiten etwas bringe. Jede empathische Handlung sei wie eine Investition in sich selbst. Nachweislich leben empathische Menschen länger und gesünder, was wahrscheinlich durch das höhere Glücks- und Zufriedenheitsgefühl entstehe.

Sabine Hübner ging sogar einen Schritt weiter und sagte, dass Menschen in Dienstleistungsberufen oder Branchen mit hoher Servicekultur sich dieser Rückkopplung von Geben und Bekommen sehr bewusst seien: „Wer klug dient, dient am Ende immer sich selbst“. Ein Fazit aus ihren 20 Jahren Tätigkeit im Thema gewinnbringende Beziehungen und Servicekultur war, dass Menschen vergessen, was gesagt oder getan wurde, aber sie vergessen nie, was man an Gefühlen gezeigt hat.

Vier-Stufen-Modell der Empathie

Hübner verwies auf ein Vier-Stufen-Modell der Empathie. Die erste Stufe heißt Konzentration als Vorstufe der zweiten Stufe Wahrnehmung. Beobachtung sei eine zentrale Fähigkeit zur Empathie. Um seine Wahrnehmung zu trainieren, verlangt Hübner Wiederholung und Kontinuität, was bei wöchentlicher Frequenz zur intuitiven Fähigkeit werde.

Wenn man das Sehen und das Wahrnehmen als Stufe eins und zwei des Vier-Stufen-Modells nimmt, dann folgt auf Stufe drei die Kreativität und zugleich auf Stufe vier der Mut. Den kreativen Satz, die kreative Idee gepaart mit Mut, lasse im Ergebnis den besonderen Menschmoment entstehen. Irrationalität, Vorurteile, ungeprüfte Vorannahmen und Angst vor Enttäuschungen würden uns aber daran hindern.

Es gibt nicht zu viel Empathie

Es könne nicht zu viel Empathie geben, antwortet die Referentin am Ende des Livestreams auf eine Zuschauerfrage aus dem Livechat, doch sie sensibilisierte dafür, dass Empathie immer die richtige Dosis von Nähe und Distanz sein müsse. Beispielsweise seien Ärzte sehr geübt darin, empathisch zu sein, doch verstünden das gesunde Maß ihren Patienten gegenüber.

Die Düsseldorfer Referentin und gebürtige Österreicherin verabschiedete sich vor der Kamera mit dem Wunsch, sich bald wieder persönlich begegnen zu können. Schließlich sei dies wichtig für die wahren, echten und besonderen Menschmomente.

Die nächsten WN-Wissensimpulse

Der kommende Vortragsabend und damit letzte der aktuellen Staffel der WN-Wissensimpulse 2019/2020 findet am 15.Juni mit Leo Martin zum Thema Vertrauen statt und wird erneut als Livestream um 19:30 Uhr übertragen. Zugangsdaten gibt es bei der Veranstaltungsagentur SPRECHERHAUS® unter www.sprecherhaus-shop.de oder 02561 97 92 888.

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