Infektionen in einer Großfamilie
19 neue Coronavirus-Fälle in Münster

Münster -

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen ist in Münster am Donnerstag sprunghaft gestiegen. Eine erhöhte Infektionszahl innerhalb einer Großfamilie hat die Zahl aller bestätigten Infektionen auf 668 ansteigen lassen.

Donnerstag, 14.05.2020, 17:58 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 14:43 Uhr
Infektionen in einer Großfamilie: 19 neue Coronavirus-Fälle in Münster
Foto: dpa (Symbolbild)

Deutlicher Anstieg von Neuinfektionen mit dem Coronavirus: Aufgrund der erhöhten Infektionszahl innerhalb einer münsterischen Großfamilie ergreift die Stadt nun restriktive Maßnahmen in deren Umfeld. Die infizierten Familienmitglieder, die in verschiedenen Häusern bzw. Straßen im Stadtteil Angelmodde wohnen, wie auch enge Kontaktpersonen werden zur Quarantäne verpflichtet. Die Isolation der Familienmitglieder wird laut einer Mitteilung der Stadt mit Unterstützung des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) engmaschig kontrolliert und durchgesetzt.

Weitere Tests werden folgen. Infektionsketten zu Personen, mit denen die Infizierten in Kontakt standen, werden in diesen wie auch in allen anderen Ansteckungsfällen von den "Containment-Scouts" des Gesundheitsamtes intensiv nachverfolgt. So sollen durch Quarantäne-Anordnungen weitere Infektionen verhindert werden. Wegen vier betroffener Kinder hat das Gesundheitsamt mit zwei benachbarten Schulen abgeklärt, dass dort keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind.

Spielplatz wird kurzfristig gesperrt

Im Zuge des Verfahrens wird jedoch der Spielplatz „Middelkamp“ kurzfristig gesperrt. In den vergangenen Tagen hatten sich hier laut Beschwerden mehrere Angehörige der betroffenen Familie dauerhaft aufgehalten, ohne den erforderlichen Abstandsregeln zu entsprechen.

Wolfgang Heuer , Leiter des Corona-Krisenstabs, dazu: „Wir beobachten die Situation hier sehr genau und ergreifen alle notwendigen Maßnahmen. Die Corona-Regeln gelten für alle gleich, da besteht kein Diskussionsbedarf.“ Heuer weist auf die fortbestehende Ansteckungsgefahr hin und die Verhaltensweisen, die dagegen helfen: „Abstand halten, Hände waschen, Mund-Nase-Bedeckung tragen und die Kontakte möglichst gering halten.“

19 Fälle mehr als am Vortag

Die Gesamtzahl labordiagnostisch bestätigter Corona-Fälle im Stadtgebiet ist derweil auf 668 gestiegen. Das sind 19 Fälle mehr als noch am Vortag. Davon sind 617 Patienten wieder genesen. 13 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind verstorben. Somit gelten aktuell wieder 38 Münsteraner als betroffen. 

Die Krankenhäuser behandeln zurzeit 13 Corona-Patienten, davon zehn auf Intensivstationen. Aktuell müssen sechs Personen beatmet werden. Am Donnerstagnachmittag waren auf den Intensivstationen der Stadt 49 Betten frei.

Am Montag nahm der kommunale Ordnungsdienst (KOD) in Münster 61 Kontrollen vor, dabei wurden 15 Verstöße gegen die Anti-Corona-Vorgaben festgestellt.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

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  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

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  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

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  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

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  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

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