Mehr Zeit und Personal einplanen
Gewerkschaft NGG appelliert an Wirte und Gäste

Münster -

Nur weil Gaststätten und Restaurants wieder geöffnet sind, ist nicht gleich alles wie vor der Corona-Krise. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) appelliert an die Geduld von Kunden und die Einsicht von Wirten.

Dienstag, 19.05.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 20:27 Uhr
Mehr Zeit und Personal einplanen: Gewerkschaft NGG appelliert an Wirte und Gäste
Rückblick: Vorbereitende Maßnahmen im Marktcafé zur Einhaltung der Abstandsregel für Tische. Foto: Matthias Ahlke

Nach dem Shutdown wieder ins Stammlokal: Restaurants und Kneipen in Münster sind wieder am Start – doch in Zeiten der Pandemie ist die Geduld der Gäste gefragt. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin: „Wirte und Kellner freuen sich nach extrem harten Wochen auf Kundschaft. Jetzt zählt jedes getrunkene Bier“, sagt NGG-Geschäftsführer Helge Adolphs . Mit Blick auf Abstands- und Hygieneregeln werde der Restaurantbesuch jedoch ein anderer sein. Gäste sollten mehr Zeit mitbringen als sonst – und auch Verständnis für die Situation des Personals.

„Einerseits soll die Gastronomie endlich wieder Genuss und Geselligkeit möglich machen. Andererseits darf die Branche unter keinen Umständen zum Infektionsherd werden“, so Gewerkschafter Adolphs.

Das gelte auch für die Hotellerie, die ihren Betrieb in den nächsten Wochen langsam wieder hochfahre. In Münster beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe laut Arbeitsagentur rund 10 000 Menschen. Viele von ihnen seien auf den ersten vollen Lohn nach der Zeit in Kurzarbeit angewiesen, so die NGG-Region Münsterland. „Deshalb gilt jetzt erst recht: Jedes Trinkgeld tut gut.“

Mehr Personal erforderlich

Es komme nun aber vor allem darauf an, den Gesundheitsschutz penibel einzuhalten. Hier sollten Gastronomen genug Personal einplanen. „Wenn eine Gaststätte halb so lang offen hat, heißt das nicht, dass man nur die Hälfte der Service- und Küchenkräfte braucht. Im Gegenteil: Hygiene kostet Zeit. Gerade dann, wenn es jetzt zum Sturm aufs Schnitzel kommt. Ebenso das Umstellen von Buffets auf Tellergerichte oder das bargeldlose Kassieren: Die Gastronomie muss eine ‚Portion Extra-Hygienezeit‘ einplanen. Und wer acht Stunden mit Mundschutz kellnert, sollte auch mal eine Pause mehr machen dürfen“, so Adolphs.

Zugleich profitieren von der Wiedereröffnung des Gastgewerbes auch andere Branchen, betont die NGG. „Über viele Wochen mussten gerade Brauereien die Belieferung der Kneipen und Gaststätten stoppen. Nach einer Umfrage des Deutschen Brauer-Bundes haben 88 Prozent aller Brauereien Kurzarbeit angemeldet.

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