Geringeres Aufkommen von Kirchensteuer
Rücklagen sollen geringere Einnahmen ausgleichen

Münster -

Das Bistum Münster will coronabedingte Kirchensteuer-Einnahmeverluste aus Rücklagen ausgleichen. 

Mittwoch, 20.05.2020, 09:00 Uhr
Geringeres Aufkommen von Kirchensteuer: Rücklagen sollen geringere Einnahmen ausgleichen
Der Dom in Münster Foto: dpa

Im Interview mit dem Internet-Magazin „Kirche-und-Leben.de“ aus Münster sagte Finanzchef Ulrich Hörsting am Montag, das Bistum habe sich entschlossen, „den Haushalt 2020 weitgehend wie geplant durchzuführen“. Der Etat könne wegen der fehlenden Einnahmen aber „nur durch einen tiefen Griff in die Rücklagen“ ausgeglichen werden.

Hörsting verwies auf die Steuerschätzung des Bundes aus der vergangenen Woche. Die Experten gingen davon aus, dass die Wirtschaft rasch wieder Tritt fasse. Treffe dies ein, dann sei der Kirchensteuer-Rückgang durch Corona „ein kurzfristiger Effekt, der durch Rücklagenentnahmen ausgeglichen werden könnte“, so Hörsting. Bei deutlich schlechterer Entwicklung wäre auch das Bistum zu Maßnahmen gezwungen, führte der Leiter der Hauptabteilung Verwaltung im Generalvikariat in Münster aus. Dann müsse etwa bei Investitionen gespart werden.

Mehrere Bistümer hatten in den vergangenen Wochen bereits Investitions-Stopps verkündet. Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie – etwa Kurzarbeit und steigende Arbeitslosenzahlen – erwarten die Kirchen in Deutschland Rückgänge bei der Kirchensteuer, die als prozentualer Aufschlag zur Lohn- und Einkommensteuer erhoben wird. Wie stark die Auswirkungen sind, kann nach Hörstings Worten derzeit noch niemand sagen.

Der Finanzchef betonte, kurzfristige Sparmaßnahmen seien in einem Bistumshaushalt „sehr schwer umzusetzen“. Ein Großteil der Haushaltsmittel seien „durch Personalausgaben sowie Zuweisungen an Dritte gebunden“.

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